Umfrage

Produktivität und Homeoffice: Die Schweiz ist gespalten

Uhr | Aktualisiert
von Yannick Chavanne und Übersetzung: Oliver Schneider

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise arbeitete fast die Hälfte der Angestellten von zuhause aus. Zwar halten sich die Schweizer im Homeoffice für etwas effizienter als im Büro, bei der Produktivität gibt es aber keinen klaren Trend. Etwa jeder Zweite will auch nach der Krise aus der Ferne arbeiten.

(Source: Pexels/unsplash)
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Im Zuge der Coronakrise leisten immer mehr Schweizer Telearbeit. Und viele von ihnen wissen das zu schätzen. Gemäss einer Deloitte-Umfrage unter 1500 Erwerbstätigen in der Schweiz arbeitete Mitte April fast die Hälfte der Angestellten von zuhause aus. Von diesen arbeitete fast ein Drittel zu 100 Prozent im Homeoffice. Vor der Covid-19-Krise arbeitete jeder nur fünfte Mensch mindestens einmal pro Woche zuhause.

Mehr oder weniger produktiv?

Unternehmen, die weiterhin auf Homeoffice setzen, müssen nicht unbedingt einen Rückgang der Produktivität ihrer Mitarbeiter befürchten. Ein allgemeiner Produktivitätsgewinn sei jedoch auch nicht zu erwarten, schreibt Deloitte. Die Schweizer sind geteilter Meinung über den Grad der Effizienz ihres Homeoffice. 41 Prozent der Befragten glauben, dass sie zu Hause produktiver sind, ein Viertel denkt das Gegenteil, während ein Drittel keinen Unterschied sieht.

Mit welchen Problemen Arbeitnehmer im Homeoffice kämpfen, erfahren Sie hier.

"Wir müssen diese Ergebnisse im Kontext der gegenwärtigen Pandemiekrise interpretieren", sagt Matthias Thalmann, Partner Human Capital Consulting bei Deloitte Schweiz. "Viele Menschen befinden sich in einer Extremsituation, in der sie ihren Arbeitsplatz improvisieren und gleichzeitig Kinder betreuen müssen. Klar ist: Die meisten Befragten schätzen flexible Arbeitsplatzmodelle und nicht wenige haben das Gefühl, ausserhalb des Büros produktiver zu sein".

Herausforderungen

Abgesehen davon, dass sie sich durch ihre Kinder gestört fühlen, stehen die Schweizer vor einer Reihe weiterer Herausforderungen, wenn sie im Homeoffice arbeiten. Fast jeder Vierte gibt zu, dass er den Austausch mit Kollegen vermisst. Auch das Gefühl, isoliert zu sein oder keinen geeigneten Arbeitsraum zu haben, ist ein Hindernis. Im Gegensatz zu IT-Sicherheitsspezialisten machen sich nur wenige Mitarbeiter Gedanken über den Datenschutz.

Wie geht es weiter?

"Die gegenwärtige Krise ist ein Experiment im grossen Stil: Es zeigt sich oft sehr drastisch, was im Homeoffice funktioniert und was nicht. Die beschleunigte Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit hat positive Auswirkungen, weil die Beschäftigten ortsunabhängiger werden und ihr Zeitmanagement selbst in die Hand nehmen können", schreibt Thalmann weiter.

Wie bei der Frage nach der Produktivität des Homeoffice sind sich die Schweizer uneins über die langfristige Einführung der Telearbeit. Laut 45 Prozent der Befragten wird sie wahrscheinlich häufiger vorkommen als vor der Krise. Die Hälfte denkt jedoch das Gegenteil.

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