Genesen, geimpft, verliebt

Das macht die Pandemie mit dem Datingverhalten in der Schweiz

Uhr
von Silja Anders und cwa

Corona hat das Datingverhalten der Schweizer Bevölkerung verändert. Jede dritte Person will sich nur noch mit Geimpften oder Genesenen persönlich treffen.

(Source: freepik/freepik.com)
(Source: freepik/freepik.com)

Die Covid-19-Pandemie hat viele Bereiche des Alltags beeinflusst. Monatelang wurden soziale Kontakte aufs Minimum beschränkt. Das hat auch das Datingverhalten verändert. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Kaspersky. Den Ergebnissen zufolge achten Schweizerinnen und Schweizer heute mehr auf die Gesundheit und persönliche Sicherheit beim Dating, online wie offline. Die Umfrage des Cybersecurity-Anbieters zeigt, dass sich in der Schweiz mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Bevölkerung nur noch mit Personen treffen möchte, die genesen oder bereits vollständig geimpft sind. Weltweit hätten sogar 42 Prozent diese Haltung.

Vorsicht ist das neue Sexy

Die Menschen sind allgemein vorsichtiger geworden, wenn es darum geht, sich mit neuen Personen zu treffen, wie Kaspersky mitteilt. Man treffe sich nicht mehr leichtfertig mit Fremden und habe zusätzliche Bedenken vor einem persönlichen Treffen. So seien 47 Prozent der Befragten vor der Begegnung in der Realität sehr nervös. Aus Besorgnis um die eigene Sicherheit und Gesundheit zögen es 63 Prozent der Online-Dating-Nutzer vor, sich zunächst virtuell miteinander zu verabreden.

"Noch ist der Übergang von 'online' zu 'offline' für viele mit einem Vertrauensvorschuss verbunden. Das ist nicht nur eine Frage der Gesundheit, es spielen beim Treffen mit Fremden viele althergebrachte Vorbehalte mit. Damit Dates online wie offline weiterhin als schön wahrgenommen werden können, sollte sorgfältig überlegt werden, welche persönlichen Daten man mit dem möglichen Partner teilen möchte", sagt David Jacoby, Sicherheitsforscher bei Kaspersky. Sollte man seine Meinung nach dem Treffen ändern, behalte man die Situation weiter unter Kontrolle und wisse, wie viele Informationen preisgegeben wurden und wie sie verwendet werden könnten.

Nicht nur die eigene Sicherheit spielt bei diesen Entscheidungen eine Rolle. Die Meinung zu Sicherheit und Gesundheit spiele bei der Partnersuche nun ebenfalls eine grössere Rolle. "Die Pandemie hat uns erschüttert. Die Selbstverständlichkeiten sind implodiert, die Verunsicherung, gerade auf der Ebene des körperlichen Kontakts, sind enorm. Deshalb ist es eine normale Reaktion der Dating-App-User, auf Nummer sicher zu gehen – in dem sie darauf bestehen, sich nur mit denen zu treffen, die ihr Bedürfnis nach Sicherheit ernst nehmen", erklärt Birgitt Hölzel, Paartherapeutin der Münchner Praxis Liebling + Schatz.

Was privat ist, soll privat bleiben

Um die eigenen Daten zu schützen, empfiehlt Kaspersky folgende Vorsichtsmassnahmen beim Online-Dating:

  • Keine Fotos mit persönlichen Informationen teilen. Anschrift oder Arbeitgeber sollten nicht abgebildet sein. Geeignete Fotos seien beispielsweise Reisebilder ohne weitere Personen oder Daten.

  • Nicht gleich die Telefonnummer austauschen. Zunächst sollten nur die Messenger-Dienste der Dating-Apps verwendet werden. Wer später auf einen anderen Messenger-Dienst wechsle, sollte stets die Einstellungen zur Privatsphäre anpassen.

Wer sicher gehen möchte, dass der potenzielle Partner oder die potenzielle Partnerin tatsächlich geimpft ist, kann sich auch das Covid-Zertifikat zeigen lassen. Worauf dabei zu achten ist, können Sie hier lesen.

Wenn Sie mehr zu Cybercrime und Cybersecurity lesen möchten, melden Sie sich hier für den wöchentlichen Newsletter von Swisscybersecurity.net an. Auf dem Portal gibt es täglich News über aktuelle Bedrohungen und neue Abwehrstrategien.

Webcode
DPF8_222370