Nationalrat bejaht Hotline für Opfer von Cyberangriffen
Für Opfer von Cyberangriffen soll es eine Hotline geben. Dies fordert eine Motion, die der Nationalrat am Donnerstag angenommen hat. Das Geschäft geht nun an den Ständerat.
"Cybersicherheit. Hotline für Opfer von Cyberangriffen" lautet der Titel einer Motion der Waadtländer FDP-Nationalrätin Jacqueline de Quattro, die der Nationalrat am 4. Juni 2026 angenommen hat. Die Grosse Kammer unterstützt das Anliegen mit 99 zu 85 Stimmen, wie die Parlamentsdienste mitteilen. Der Vorstoss fand Unterstützung bei Mitgliedern von fünf Fraktionen.
Die Motion beauftragt den bundesrat, "auf Bundesebene eine Hotline oder eine Beratungsplattform zu schaffen, die als spezialisierte Einrichtung die Bevölkerung im Umgang mit Cyberkriminalität berät, also eine Art "Dargebotene Hand" für die Opfer von Cyberangriffen".
"Die Cyberkriminalität wächst exponentiel", schreibt Motionärin de Quattro in der Begründung für den Vorstoss. Mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz habe sich das Problem noch einmal stark verschärft, und die Mittel des Bundesamts für Cybersicherheit und der kantonalen Polizeibehörden seien weiterhin bescheiden. Die Massnahmen, die im Fall einer Anzeige bei der Polizei zu erwarten seien, reichen laut de Quattro nicht aus. Eine Hotline könnte dagegen einen "echten Mehrwert" bieten, indem sie Bürgerinnen und Bürger unterstütze und beruhige.
Der Bundesrat teilt das Anliegen der Motion, die Cybersicherheit für die Bevölkerung zu verbessern. Er verweist jedoch auf bestehende Angebote wie die lokale und kantonale Polizei als wichtigste Anlaufstelle, wie seiner Stellungnahme zum Vorstoss zu entnehmen ist. Opfer von Cyberangriffen könnten sich zudem an die Meldestellen des Bundesamts für Cybersicherheit und die Plattform "Cybercrimepolice.ch" der Kantonspolizei Zürich wenden. Angesichts der bestehenden Angebote sehe er deshalb keinen Bedarf für eine zusätzliche staatliche Hotline.
Das Geschäft geht nun zur weiteren Beratung an den Ständerat.
Im März hat der Ständerat drei Motionen zum Kampf gegen Spoofing und Domain-Missbrauch angenommen. Worum es bei den Motionen genau geht, können Sie hier nachlesen.
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