Letzigrund und Wankdorf

Was Fussballstadien von ihrer Pro-AV erwarten

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von Coen Kaat und Netz-KI Bot und jor

Mit Blick auf die bevorstehende Fussball-Weltmeisterschaft schaut die Redaktion hinter die Kulissen: Was erwarten Fussballstadien von ihrer Pro-AV? Das Stadion Wankdorf und das Stadion Letzigrund zeigen, welche Inhalte zählen, wo technische Hürden liegen und welche Trends sich abzeichnen.

(Source: Serg Nvns / Fotolia.com)
(Source: Serg Nvns / Fotolia.com)

Pro-AV und Digital Signage erfüllen in Stadien mehrere Aufgaben zugleich: Sie informieren Besucherinnen und Besucher, übertragen Live-Inhalte, transportieren Sponsorenbotschaften und unterstützen den Eventbetrieb. Kurz vor Anpfiff der FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft 2026 geben zwei Stadien einen Einblick in ihre Pro-AV-Nutzung: das Berner Fussballstadion Wankdorf und das Stadion Letzigrund, das von der Stadt Zürich als Event- und Leichtathletikstadion betrieben wird. Die beiden Stadien setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte, nennen aber ähnliche Anforderungen an Verfügbarkeit, Flexibilität und Weiterentwicklung.

Was die Pro-AV leisten muss

"Das Stadion ist im 20. Betriebsjahr und die Wichtigkeit der Thematik war immer hoch”, sagt Andreas Bachmann, Leiter Gebäudemanagement und stellvertretender Stadion-Manager des Letzigrund. "In den vergangenen Jahren wurde dem Ausbau der digitalen Anzeigeflächen vermehrt Beachtung geschenkt."

Andreas Bachmann, Leiter Gebäudemanagement und stellvertretender Stadion-Manager des Letzigrund. (Source: zVg)

Andreas Bachmann, Leiter Gebäudemanagement und stellvertretender Stadion-Manager des Letzigrund. (Source: zVg)

Trotz des Alters müssen die Systeme jedoch flexibel bleiben - denn sie werden nicht nur für Fussballspiele, sondern für zahlreiche unterschiedliche Veranstaltungen genutzt. Auch im Letzigrund lasse sich die Infrastruktur an grössere oder kleinere Anlässe anpassen. Bachmann weist aber auf den Aufwand hin: "Der Initialaufwand für die jeweiligen Programmierungen und Einstellungen ist natürlich für einen einmaligen Event massiv höher als wenn dies für eine ganze Fussballsaison vorgenommen werden kann." Ähnliches hört man auch vom Stadion Wankdorf: "Die Systeme sind sehr flexibel und bestehen teils schon seit langer Zeit", sagt ein Sprecher des Stadions Wankdorf. "Unsere Teams sind sehr eingespielt und können je nach Event und Auslastung agieren bzw. reagieren."

Ausfallsicherheit hat in beiden Stadien hohes Gewicht. Im Wankdorf gelte: "Sobald Publikum im Stadion ist, ist es von grosser Bedeutung, dass bei Systemausfällen rasch reagiert werden kann." Bachmann ordnet das Thema ebenfalls hoch ein, insbesondere bei sicherheitsrelevanten Anlagen: "Dies hat einen sehr hohen Stellenwert. Insbesondere bei den technischen Anlagen, die zugleich sicherheitsrelevante Aufgaben übernehmen, sind redundante Systeme unerlässlich", sagt er. So seien wichtige Komponenten als Ersatz bereits vorprogrammiert und vor Ort verfügbar.

Ein Thema, das bei all der Technik zwangsläufig auch aufkommt, ist die Nachhaltigkeit. "Die Nachhaltigkeit ist bei YB und im Stadion Wankdorf generell ein wichtiges Thema - im Zusammenhang mit sämtlichen Technologien", sagt der Sprecher des Stadions. Bachmann vom Letzigrund relativiert jedoch ein wenig: "Der Einfluss der AV-Technologien auf die CO2-Bilanz eines Stadions ist im Verhältnis zum Catering oder der Energie sehr gering", sagt er. "Nichtsdestotrotz wird die Nachhaltigkeit auch in diesem Bereich berücksichtigt, sofern es beeinflussbare Faktoren gibt."

Was auf den Screens laufen muss

Aber wofür verwenden die Stadien ihre Screens eigentlich primär? Bei der Besucher-Experience und Monetarisierung spielen audiovisuelle Systeme vor allem dort eine Rolle, wo Information und Vermarktung zusammenkommen. Im Stadion Wankdorf hätten Pro-AV und Digital Signage "eine grosse Rolle im Zusammenhang mit der Besucherlenkung und -information sowie der Präsenz von Sponsoren und Partnern bei Fussballspielen", sagt ein Sprecher des Stadions Wankdorf. Dies gelte aber auch für andere grössere und kleinere Events wie Konzerte, Seminare und Kongresse.

Das Stadion Wankdorf in Bern. (Source: Screenshot / bscyb.ch)

Das Stadion Wankdorf in Bern. (Source: Screenshot / bscyb.ch)

Bei den Inhalten setzen beide Stadien auf eine Mischung aus Live-Content, Information und Werbung. Nur die LED-Banden am Spielfeldrand würden ausschliesslich für Werbung verwendet, erklärt das Stadion Wankdorf. Auch beim Letzigrund liege die Priorisierung bei Live-Content und Werbung - "diese lassen sich am besten refinanzieren", sagt Bachmann. Denkbar wäre natürlich auch, die Screens für Wayfinding oder Sicherheitshinweise zu nutzen. Hier verlasse sich das Stadion aber eher auf bestehende technische Anlagen.

Natürlich dürfen bei einem Fussballspiel die Live-Ergebnisse auf der AV-Infrastruktur nicht fehlen. Im Wankdorf werden während Spielen aktuelle Statistiken wie Torschüsse oder das Eckballverhältnis eingeblendet. "Die Daten erhalten wir von einem Lieferanten der Liga. Wir verwenden sie auch auf der Website und in der App - teilweise via Schnittstelle in Echtzeit", heisst es seitens Wankdorf. Im Letzigrund läuft die Verteilung laut Bachmann über das In-House-TV-System in die verschiedenen Bereiche; Bachmann nennt hier explizit etwa die Stadion-Screens und VIP-Flächen. Was wann und bei welchem Spielgeschehen übertragen werden soll, gibt der Verein beziehungsweise der Veranstalter des jeweiligen Anlasses vor, wie Bachmann erklärt.

Was erst noch kommen muss

Laut Bachmann plant das Stadion Letzigrund derzeit den weiteren Ausbau und die Modernisierung der hausinternen TV-Lösungen sowie des Pressekonferenzraums. Zudem soll die Zahl digitaler Anzeigeflächen nach Möglichkeit vergrössert werden.

Das Stadion Letzigrund in Zürich. (Source: Screenshot / stadionletzigrund.com)

Das Stadion Letzigrund in Zürich. (Source: Screenshot / stadionletzigrund.com)

Auch technologisch wollen beide Stadien auf dem Laufenden bleiben. Bachmann vom Letzigrund hat bereits verschiedene technologische Entwicklungen im Blick, die relevant werden könnten. So sollen in den nächsten Jahren wohl "Themenfelder wie interaktive Displays und Touch-Lösungen, KI-basierte Inhaltssteuerung sowie nachhaltige und energieeffiziente Displays im Fokus sein", sagt er. 

Die Besuchenden sollten aber nicht damit rechnen, dass sie schon beim nächsten Stadionbesuch solche Technologien erleben werden. "Mit Sicherheit wird sich dies in zusätzlichen Anzeigeflächen in und um die Stadien zeigen", sagt Bachmann zwar. Aber ob dies in den nächsten 5 Jahren bereits der Fall sein werde, bezweifle er; denn die Investitionen seien beachtlich.

 

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