Masseneinwanderungsinitiative

Schweiz bei Erasmus nächstes Jahr nicht mehr dabei

Uhr | Aktualisiert

Die Schweiz wird im Studienjahr 2014/15 nicht am Studentenaustauschprogramm Erasmus teilnehmen dürfen. Dies sagt László Andor, EU-Arbeitskommissar, im EU-Parlament.

Die Netzwoche hatte vor knapp zwei Wochen berichtet, dass die EU die Schweiz wegen der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative allenfalls von der Teilnahme an den Programmen "Erasmus+" und "Horizon 2020" ausschliessen wird. Dies scheint sich nun zu bewahrheiten.

Wie EU-Arbeitskommissar László Andor bei einer Debatte vor dem EU-Parlament gestern Mittwoch sagte, wird die Schweiz im Studienjahr 2014/2015 nicht am Studentenaustauschprogramm Erasmus teilnehmen dürfen.

Wie ein Nicht-EU-Land

Als Grund nannte Andor, dass die Schweiz nach der Aussetzung von Verhandlungen mit der EU, "die Termine für die Verleihung von Stipendien" verpasst habe. Damit die Schweiz teilnehmen könnte, müssten diese Verhandlungen abgeschlossen werden, was zurzeit aber nicht möglich ist. Somit wird die Schweiz in Zukunft wie ein Nicht-EU-Land behandelt werden. Bei der Schweizer Regierung besteht allerdings Hoffnung, dass die Schweiz allenfalls ab 2015 wieder an Erasmus wird teilnehmen können.

Konsequenzen auch für Horizon 2020

Auch beim Forschungsprogramm Horizon 2020 zeichnen sich die Konsequenzen des Volksentscheids nun deutlich ab. Es gebe kein gültiges internationales Abkommen, sagt Andor. Daher werde die Schweiz 2014 auch hier nur noch als Nicht-EU-Land teilnehmen. Dies würde den Verlust von Forschungsgeldern für Schweizer Universitäten bedeuten.

Dies hätte also auch Konsequenzen für die ETH Zürich. Die Mediensprecherin des Informatikdepartements, Minh Tran, hatte der Netzwoche am 17. Februar erklärt, dass zurzeit vier Informatikprofessoren des Departements vom "European Research Council" bezuschusst werden. Es handelt sich dabei um Bertrand Mayer, Olga Sorkine, Andreas Krause und Adrian Perrig. Eine Nicht-Aufnahme in Horizon 2020 würde daher die Forschungsarbeit der ETH auf dem Gebiet der Informatik laut Minh Tran negativ beeinflussen.

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