KI als Chance im KMU-Land Schweiz
Vor Ihnen liegt die neue Ausgabe des Swiss Digital Rankings 2026, die umfassende Marktübersicht über die ICT-Nation Schweiz.
Das Swiss Digital Ranking hat sich seit 2024 als wertvolles Instrument und wichtige Orientierungshilfe für Entscheidungsträger etabliert. Nun haben wir das Ranking weiter optimiert und den Informationsgehalt vertieft.
Die Gesamtliste sowie die 12 Sparten- und Detailrankings umfassen jene Unternehmen, die die Digitalisierung in der Schweiz massgeblich vorantreiben. In der Gesamtliste finden Sie Informationen zu Tätigkeitsgebieten, Vorjahresumsätzen sowie zur Anzahl der Vollzeitstellen (FTEs). Die Daten basieren auf Unternehmensangaben, öffentlich zugänglichen Informationen, redaktioneller Recherche oder Schätzungen.
Ein wichtiger Hinweis zur Interpretation der Daten: Das Gesamtranking ist im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft, weil Unternehmen, die im zweiten Jahr in Folge keine Zahlen gemeldet haben, nicht mehr geschätzt wurden.
Das Swiss Digital Ranking 2026 versteht sich als wichtiges Nachschlagewerk für alle, die in der Schweizer ICT-Branche tätig sind oder mit ihr zusammenarbeiten. Es identifiziert die wichtigsten Akteure und klassifiziert deren Leistungen im Bereich der KI-gestützten digitalen Transformation.
Denn im vierten Jahr nach ChatGPT sind künstliche Intelligenz und Large Language Models bereits in nahezu alle Geschäfts- und Gesellschaftsbereiche vorgedrungen. Eigentlich kommt heute niemand mehr an KI vorbei. Kaum ein Unternehmen, das sich nicht mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Kaum eine Software, die nicht um entsprechende Funktionen erweitert wird.
Angesichts dieser Dynamik und der Erfahrungen mit früheren Technologiesprüngen stellt sich zwangsläufig die Frage: Erleben wir derzeit eine nachhaltige technologische Transformation – oder lediglich den nächsten Gipfel der überzogenen Erwartungen im Gartner Hype Cycle?
Der Blick auf den Markt spricht derzeit eher für Ersteres. Denn die Diskussion dreht sich längst nicht mehr um theoretische Möglichkeiten. KI hält verbreitet Einzug in Geschäftsprozesse, Softwareprodukte und den Arbeitsalltag der Nutzerinnen und Nutzer. Unternehmen suchen nach Wegen, effizienter zu arbeiten, Daten besser zu nutzen und Routineaufgaben zu automatisieren. Die Nachfrage nach entsprechenden Lösungen wächst.
Bemerkenswert ist für mich, dass viele der heute verfügbaren Anwendungen vermutlich nur einen kleinen Vorgeschmack auf das liefern, was noch kommen wird. KI hat sich von einem Werkzeug zur Informationsbeschaffung bereits zu einem digitalen Assistenten entwickelt, der eigenständig Aufgaben übernimmt, Prozesse anstösst und Entscheidungen vorbereitet. Damit verändert sich nicht nur die Technologie selbst, sondern auch die Art und Weise, wie Menschen arbeiten.
Gleichzeitig verläuft technischer Fortschritt selten im gleichen Tempo wie seine Verbreitung. Viele Organisationen befinden sich noch in der Orientierungsphase, testen erste Anwendungsfälle oder schaffen die Voraussetzungen für einen breiteren Einsatz. Die eigentliche Herausforderung besteht oft weniger in der Technologie als in deren Integration in bestehende Abläufe, Strukturen und Unternehmenskulturen.
Genau darin liegt das Potenzial der kommenden Jahre. Während die technischen Möglichkeiten rasant wachsen, steht die flächendeckende Nutzung vielerorts noch am Anfang. Für Unternehmen – insbesondere für KMUs – eröffnet sich damit die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, technologische Kompetenzen aufzubauen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Gleichzeitig bietet sich die Chance, mit den grossen Marktteilnehmern an der Spitze mitzuhalten. KMUs verfügen häufig über agilere Strukturen als Grosskonzerne und können mit KI-Unterstützung verloren geglaubtes Terrain wieder gutmachen.
Das ist auch für die Akteure im diesjährigen Swiss Digital Ranking ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dieses Abbild der ICT-Nation Schweiz ist zugleich ein Abbild der KMU-Nation Schweiz. Die Fähigkeit, technologische Veränderungen frühzeitig zu erkennen und in marktfähige Angebote zu übersetzen, gehört seit jeher zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren der Schweizer Wirtschaft. Künstliche Intelligenz bildet dabei keine Ausnahme – sie ist ein Treiber von Innovation und Effizienz.
Ob sich alle Erwartungen an KI erfüllen werden, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Diskussion sollte sich weniger darum drehen, ob künstliche Intelligenz möglicherweise überschätzt wird, sondern vielmehr darum, wie Unternehmen den grössten Nutzen aus den neuen Möglichkeiten ziehen können. Denn die KI-Transformation ist keine Zukunftsvision mehr – sie findet bereits statt.
Für die kontinuierliche Verbesserung der Datenqualität des Swiss Digital Rankings können wir KI übrigens nur begrenzt einsetzen. Die genauen Zahlen können uns nach wie vor nur die befragten Marktteilnehmer liefern. Dafür sind wir weiterhin auf Ihre Unterstützung angewiesen. Sollten Sie Ungenauigkeiten in den Tabellen entdecken, schreiben Sie uns bitte an digitalranking@netzmedien.ch.
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