Deutsche Telekom verleibt sich T-Online wieder ein
Die Deutsche Telekom will ihre Internet-Tochter T-Online von der Börse nehmen und wieder mit dem Mutterhaus verschmelzen. Am 9. Oktober hatte der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom in einer Sitzung dem Plan des Telekom-Vorstands zugestimmt, die Fusion der T-Online International AG auf die Deutsche Telekom AG im Wege einer Verschmelzung anzustreben. Gestern Sonntag stimmte auch der Aufsichtsrat der T-Online International AG zu, dass der Vorstand der T-Online International AG in die angebotenen Gespräche und Verhandlungen mit dem Vorstand der Deutschen Telekom AG über eine mögliche Verschmelzung eintritt. Ziel der Wiedereingliederung sei eine Stärkung des strategischen Geschäftsfeldes Breitband und Festnetz. T-Online wird durch die Verschmelzung ein wesentlicher Teil des neuen strategischen Geschäftsfeldes Breitband/Festnetz der Telekom und zugleich die Produktmarke für alle IP-basierten Dienste im Massenmarkt. Dabei wird T-Online auch weiterhin eine separate Organisationseinheit innerhalb des Geschäftsfeldes Breitband/Festnetz bleiben. "Unsere Zielsetzung ist es nicht, Mitarbeiter einzusparen. Unsere Zielsetzung ist es, in dem Segment Breitband/Festnetz zu wachsen", sagte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke vor der Presse. Auf wenig Freude bei den T-Online-Aktionären stösst der Plan der Deutschen Telekom, ihre Internet-Tochter zum aktuellen Kurspreis von 8,99 Euro je Aktie von der Börse zu nehmen. Aktionäre der ersten Stunde, die die Aktien im Frühjahr 2000 zu einem Ausgabepreis von 27 Euro gekauft hatten, würden dadurch grosse Verluste erleiden. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, bezeichnet das Angebot der Telekom daher gemäss Medienberichten als "absolut inakzeptabel".
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