ERP-Projekt im Kanton Baselland sorgt erneut für rote Köpfe

Uhr | Aktualisiert
von fgr@netzwoche.ch
Gegen die Neuausschreibung eines ERP-Projekts im Kanton Baselland hat ein unterlegenen Bewerber erneut Beschwerde eingereicht. Im Juli verpflichtete das Baselbieter Kantonsgericht die Verwaltung dazu, für die aus dem Jahr 2006 stammende Projektausschreibung für eine neue Personal- und Finanzsoftware die ursprünglichen Bewerbungen zu berücksichtigen. Stein des Anstosses war, dass der Kanton den Projektauftrag an den SAP-Anbieter Novo Business Consultants vergab, obwohl dieser im Bewerbungsverfahren offenbar nicht am besten abschnitt. Interne Dokumente, die dem Tages-Anzeiger vorliegen, zeigen, dass der IT-Dienstleiter Soreco aus Schwerzenbach mit einer Punktzahl von 71,5 Punkten vor Novo Business Consultants (68,2 Punkte) lag. Wie der Tages-Anzeiger weiter schreibt, wollte das Evaluationsteam eine SAP-Lösung und entschied sich darum für Novo Business Consultants. Anstatt die ursprünglichen Bewerbungen zu berücksichtigen, wie das Gericht verlangte, hat die Verwaltung laut Tages-Anzeiger das Projekt neu ausgeschrieben, und zwar so, dass nur noch ein SAP-Anbieter in Frage kommt. Gegen diesen zweiten Entscheid hat nun ein Bewerber erneut Beschwerde eingereicht. „Ohne inhaltlich etwas zu ändern, haben wir die Kriterien präziser formuliert und herausgeschält, wie dies das Kantonsgericht in einem Zwischenentscheid gefordert hat“, verteidigt sich Michael Bammatter, Generalsekretär der Finanzdirektion, gegenüber dem Tages-Anzeiger.
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