Letzte Meile: Radikallösung zwingt Swisscom-Alder zu Kompromissvorschlag

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Im Hinblick auf die am 20. September beginnende Herbstsession des Nationalrats hat sich Swisscom-Chef Jens Alder in einem Brief an die Nationalräte und Nationalrätinnen gewendet. Darin warnt er vor dem zur Debatte stehenden Kommissionsvorschlag, der bei der Entbündelung der letzten Meile eine Radikallösung anstrebt: demnach sollen sämtliche Netze für den Wettbewerb frei gegeben werden – also nicht nur das Kupferkabel für die Festnetztelephonie, sondern auch Glasfasernetze, Mobilfunknetze und TV-Kabelnetze. Swisscom sei einverstanden mit der vollständigen Liberalisierung des Kupferkabels, obwohl sie ihren unternehmerischen Interessen zuwiderlaufe, schrieb Alder gemäss der Tageszeitung "Der Bund". Die Öffnung aller Netze sei dagegen nicht akzeptabel. Es gehe nicht an, dass die Swisscom teure Glasfasernetze baue und diese dann den Konkurrenten zu staatlich festgelegten Bedingungen zur Verfügung stellen müsse. Die nun von der nationalrätlichen Kommission vorgeschlagene Lösung für die Öffnung der letzten Meile in der Schweiz gehe weiter als die bestehenden Lösungen in Europa und den USA. Mit dem von Alder vorgeschlagenen Kompromiss wären die Konkurrenten für höherwertige Dienste selber zu Investitionen gezwungen, erklärte Swisscom-Sprecher dazu gegenüber der sda. Das Hin und Her bei den Bestimmungen zur letzen Meile kann also weiter gehen. Noch in der Frühjahrssession 2004 empfahl die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen dem Nationalrat, auf die Revision des Fernmeldegesetzes erst gar nicht einzutreten. Bereits Mitte letzte Woche meldete sich die Interessengemeinschaft "Innovative Telekommunikation" öffentlich zu Wort. Sie tritt mit den bekannten Argumenten für die Entbündelung der Letzten Meile ein. Mehr hierzu lesen Sie in der Netzwoche 31, die am 1. September erscheint.