Musikindustrie nutzt Tauschbörsen für die Marktbeobachtung

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Die Musikindustrie nutzt File-Sharing-Dienste wie P2P-Tauschbörsen für die Marktbeobachtung. Dies meldet der Newsdienst siliconvalley.com. Zudem würden Plattenfirmen auf Tauschbörsen für neue Musikalben werben. Was sich nicht weiter aufregend anhört, erhält seine Brisanz durch die Tatsache, dass die Musikindustrie seit Jahren radikal gegen das illegale Tauschgeschäft über P2P-Tauschbörsen vorgeht. Offenbar scheint die Musikindustrie nun also auch ihren Profit aus dem Tauschgeschäft zu ziehen. Unabhängig von dieser Meldung ruft der Hamburger Chaos Computer Club (CCC) zum Boykott der vom Branchenverband IFPI vertretenen Musikverlage auf, nachdem die Musikindustrie auch Klagen gegen deutsche Nutzer von Tauschbörsen angekündigt hat. Die Branche solle nicht den Nutzern die Schuld geben, wenn sie selber den Beginn des Informationszeitalters verschlafen und es versäumt habe, ihr Geschäftsmodell an die digitale Welt anzupassen, schreibt der CCC. Der CCC hat eine Kampagne gestartet, um gegen die angekündigten Klagen der Musikindustrie zu mobilisieren. Im weiteren hat jüngst ein kanadisches Gericht entschieden, dass der private Gebrauch von Tauschbörsen keinen Verstoss gegen das Urheberrecht darstellt. Der Entscheid beruht auf einer besonderheit des kanadische Rechtssystems, wo private Nutzer vergleichsweise grosse Freiheiten geniessen. Dafür werden Geräte, mit denen urheberrechtlich geschützte Inhalte vervielfältigt werden können, mit Abgaben belegt, die an die Verwertungs-Organisationen gehen.