Post übernimmt Search.ch
Die Schweizerische Post hat rückwirkend auf den 1. April 2004 die Räber Information Management GmbH (RIM) übernommen. Die 1998 gegründete RIM betreibt mit search.ch die älteste Schweizer Internet-Suchmaschine und mit tel.search.ch ein viel genutztes elektronisches Telefonbuch. RIM bleibt als Unternehmen mit der Internetseite "search.ch" weiter bestehen und wird als neue Konzerngesellschaft dem Post-Geschäftsfeld Mail angegliedert. Die drei Gesellschafter von RIM, Rudolf Räber, Bernhard Seefeld und Reto Hartinger, werden auch in Zukunft für die operative Führung verantwortlich sein. Liselotte Spengler, Mediensprecherin der Post, sprach von einem Kaufpreis in einstelliger Millionenhöhe. RIM war der einzige verbliebene unabhängige grosse Schweizer Internet-Player der ersten Stunde. "Wenn wir die Firma weiter bringen und einen Quantensprung machen möchten, brauchen wir grössere Strukturen", begründet Reto Hartinger den Verkauf. Die Post ihrerseits schreibt in ihrer Medienmitteilung: "Mit der Übernahme führt die Post ihre vor einem Jahr eingeschlagene Strategie fort, die elektronischen Dienstleistungen im virtuellen Postschalter weiter auszubauen - und sich langfristig auf ein verändertes Kundenverhalten (verstärkte Internetnutzung) einzustellen." Mögliche Synergien zwischen der Post und RIM sowie ein Ausbau der Online-Angebote sollen nun überprüft werden, dies auch vor dem Hintergrund sinkender Einnahmen aus dem traditionellen Briefgeschäft. Mehr über ihre Pläne konnten oder wollten die Medienverantwortlichen der Post allerdings nicht sagen. Auch bei RIM waren noch keine Details über neue Produkte in Erfahrung zu bringen, diese würden erst mit deren Lancierung bekannt gegeben. Wie dem auch sei: Search.ch bringt unter anderem zahlreiche regelmässige Benutzer (im April waren es 655'000 Home-User), schweizweite, regionale und lokale Suchfunktionen in verschiedenen Bereichen sowie ein bewährtes Entwicklungsteam mit, die der Post von Nutzen sein könnten. Mit Search.ch hätte die Post jedenfalls ein Portal, auf dem sie neue Produkte, etwa eine digitale Briefmarke breit bekannt machen könnte. Zum Internetangebot der Post für Privatkunden gehören unter anderem die Möglichkeit, online Sendungen zu verfolgen, Preise und Produkte abzufragen oder Zollbestimmungen für einzelne Länder nachzuschauen, Adressen zu ändern, Nachsendeaufträge zu erteilen oder den E-Mail und SMS-Service der Post zu nutzen. Seit März dieses Jahres ist auch die Adresssuche mitsamt Luftbild (auch via Mobiltelefon) möglich.
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