Schweizer Schnüffelpolizei setzt Trojaner ein

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Seit rund zwei Jahren ermitteln Schweizer Fahnder mit umstrittenen, da wahrscheinlich illegalen Mitteln über das Internet gegen mutmassliche Kriminelle. Als E-Mail getarnte Schnüffelsoftware wird auf den PCs der Opfer installiert, von wo aus diese den E-Mail-Verkehr der Verdächtigten ausspionieren kann. "Mittlerwe0ile ist die Methode in diversen Strafverfahren eingesetzt worden. Sie hat sowohl geholfen, Beweise für eine Straftat zu finden als auch Verdächtige zu entlasten", erklärt ein Spezialist für Internetkriminalität im Artikel der NZZ am Sonntag. Die Trojanischen Pferde könnten auch Dateien wie Textdokumente vom Computer des Verdächtigen kopieren. Viele Ermittler seien frustriert, weil ihnen mit herkömmlichen Methoden kaum mehr "grosse Fische" ins Netz gingen, heisst es im Artikel weiter. Zur Frustration beitragen würden auch die Bestimmungen, dass in der Schweiz derzeit nur E-Mails überwacht werden dürfen, die maximal sechs Monate alt sind und über einen Schweizer Provider versandt wurden. Obwohl die elektronischen Ermittlungstechniken nur mit Zustimmung des Anklagekammer-Präsidenten erfolgen dürfen, ist die Schnüffeltechnik rechtlich äusserst umstritten. Christian Schwarzenegger, Strafrechtsprofessor an der Uni Zürich, hält die verdeckte Computer-Durchsuchung für unzulässig und kritisiert die Haltung der Strafverfolger. "Sie biegen das Gesetz, wenn nötig, zurecht. In Deutschland würde so etwas Proteste hervorrufen".