Sobig.F verbreitet sich, FBI jagt den Urheber

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Der "schnellste Wurm aller Zeiten" Sobig.F richtet weiterhin weltweit grossen Schaden an. Gemäss Viren-Monitor von Trend Micro wurden allein in den letzten 24 Stunden über 130'000 befallene Computer gemeldet, die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher. Am stärksten betroffen sind Nordamerika und Europa, doch auch in China hat der Wurm grosse Schäden angerichtet. Gemäss verschiedenen Agenturmeldungen sollen bis zu 30 Prozent der 68 Millionen Internetnutzer vom Wurm betroffen sein. Ein Expertenteam des chinesischen Ministeriums für Öffentliche Ordnung befindet sich im Dauereinsatz, um den Schaden in Grenzen zu halten. Entwarnung konnte am Samstag immerhin die SBB geben. Der Zugriff auf die Website funktioniert wieder normal. Am Freitag noch hatte die SBB in einem Communiqué mitgeteilt, dass das SBB-Internetportal über mehrere Tage hinweg Virenangriffen ausgesetzt war, die das Computernetz zunehmend belasteten. Dies habe dazu geführt, dass Internetbenutzer den Zugang zu www.sbb.ch für Fahrplaninformationen und Bestellungen nur schwer erreichen konnten. Ein Eindringen der Viren auf das SBB-Netzwerk habe verhindert werden können. Entwarnung gab es auch hinsichtlich der zu erwartenden Internetaktivierung des Wurms. Virenexperten hatten davor gewarnt, dass am 22. August, um 21.00 Uhr, die befallenen Computer Kontakt mit einer Website aufnehmen würden, um von dort ein Programm herunterzuladen. Es gelang jedoch gemäss der finnischen Antiviren-Spezialistin F-Secure, fast alle Master Server, über die der Angriff koordiniert werden sollte, bis Freitagabend zu deaktivieren. Der verbliebene brach unter dem Ansturm der Anfragen zusammen. Die Website, auf welche die infizierten Rechner geleitet werden sollten, entpuppte sich gemäss Symantec als Sex-Site. Inzwischen ist das FBI auf der Spur des Viren-Programmierers: Der Internet Service Provider aus Phoenix easynews.com hat am 21. August eine Vorladung des FBI erhalten. Die ursprüngliche Variante des Wurms vom 18. August soll nämlich über easynews.com ins Usenet gelangt sein. Der Virenautor hatte gemäss Washington Post über ein Forum ein Pornobild angepriesen. Wer auf den Link klickte, wurde infiziert und begann, über E-Mail den Virus weiter zu verbreiten. Der Zugang wurde gemäss easynet.com mit einer gestohlenen Kreditkarte bezahlt. Die Registrierung fand über einen Rechner in British Columbia (Kanada) statt, über den der Hacker mittels einer älteren Sobig-Version die Kontrolle erlangt hatte.