Spamhaus: US-Gericht fordert Domain-Enteignung

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Dem britischen Anti-Spam-Projekt Spamhaus droht neues Ungemach. Nachdem es vor drei Wochen im US-Bundesstaat Illinois zu einer Schadenersatzzahlung von 11 Millionen US-Dollar verdonnert wurde (Netzwocheticker vom 18. September) und dieses Urteil ignorierte, soll Spamhaus nun die Internet-Domain enteignet werden. Dies jedenfalls fordert das von Spamhaus ignorierte Gericht von der Internetverwaltung ICANN und vom Registrar Tucows.
Spamhaus hilft durch ein weltweites Netz von Spamjägern die Verbreitung von unerwünschten Mails zu verhindern. Dabei werden verdächtige IP-Adressen für jene User blockiert, die ihren Posteingang durch Spamhaus filtern lassen.
Spamhaus hatte auch die Adressen des Onlinemarketing-Unternehmens E360Insight gesperrt, worauf dessen Besitzer vor Gericht die besagte Schadenersatzforderung durchsetzte. Spamhaus-Gründer Steven Linford hatte damals angekündigt, dass man das Urteil nicht beachten und britisches Recht befolgen werde. Nun appelliert er an die Vernunft und weist darauf hin, dass ein Verschwinden von Spamhaus zur Folge hätte, dass täglich 50 Milliarden mehr Spam-Mails das Internet verstopfen würden.
Beobachter gehen allerdings davon ausgehen aus, dass ICANN der richterlichen Verfügung Folge leisten und die Interessen der USA unterstützen wird. Schliessungsforderungen wurden von US-Gerichten schon oft ausgesprochen, wenn Top-Level-Domain-Inhaber anders nicht fassbar waren. Bis jetzt wurde eine solche Forderung allerdings noch nie umgesetzt.