Tiscali-Hack: Sites nach einem Tag wieder online

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Die am Sonntag von Hackern gelöschten und auf yourdommain1.datacomm.ch gehosteten Sites sind wieder erreichbar. Der gehackte Server wurde mit einem neuen Betriebssystem aufgesetzt. Dieses erfülle die neuesten Sicherheitsstandards, teilte Tiscali in einem Brief an seine Kunden mit. Tiscali hatte die Sites am Sonntagabend Stunden nach dem Hack heruntergefahren und die Aufschaltung aller betroffenen Sites auf Montag 11.30 gemeldet. Allerdings waren die meisten Sites erst am Montagabend um 19.05 Uhr wieder erreichbar, da die Rückspielung der operativen Kundendaten länger als vorgesehen dauerte. Einige Sitebetreiber mussten die aus einem Back-up eingespielten Daten zudem um die jüngsten Eingaben vom Sonntagmorgen ergänzen. Zudem waren am Dienstagmorgen noch nicht auf allen Sites die serverseitigen Funktionalitäten wie etwa CGI vollkommen funktionstüchtig. Für einige Sitebetreiber hatte der eineinhalbtägige Ausfall unangenehme Folgen, so auch für inserate24.ch, die mehrere Plattformen mit Kleinanzeigen betreibt. Der Automarkt unter auto24.ch war laut Christian Müller nämlich erst vor kurzem neu lanciert worden: Künftig können Fahrzeuge nur noch kostenpflichtig inseriert werden, dafür wurde die Plattform mit einer erweiterten Suchfunktion, mehr Bildern und einer Eurotax-Schnittstelle für Garagisten aufgewertet. Müller: In dieser Phase kam der Ausfall natürlich besonders ungelegen. Laut allgemeinen Geschäftsbedingungen haftet Tiscali DataComm nur, wenn Schäden von ihr vorsätzlich oder grobfahrlässig verursacht wurden. Der Fall ist ohnehin vor allem für den ISP selbst höchst unangenehm. Einerseits aus Imagegründen und andererseits, weil andere Provider den Vorfall bereits zum Anlass genommen haben, Kunden von Tiscali zu umwerben. Tiscali DataComm betonte in einer Meldung die überdurchschnittliche Sicherheit seiner Systeme und kündigte rechtliche Schritte gegen die Angreifer an. Diese hatten sich in der Meldung auf den gehackten Sites als Xtreme Power Crew ausgegeben. Die unter diesem Namen firmierenden Hacker bestritten jedoch die Urheberschaft des Angriffs. Dieser sei wohl von Zurückgebliebenen ausgeführt worden, die den Nickname der Gruppe missbraucht hätten. Tiscali betonte in einer Medienmitteilung, die Hacker hätten die einfachen, kurzen Kundenpasswörter geknackt. Der Netzwoche liegen allerdings Informationen vor, dass auch Sites mit durchaus komplexen Kundenpasswörtern betroffen waren. Die Hacker selbst betonten, sie hätten gleich alle Sites auf yourdommain1.datacomm.ch entstellt, nachdem sie Tiscali mehrmals vorgewarnt hätten. Zu diesen angeblichen Warnungen wollte Tiscali-Sprecher Reto Meyer gestern gegenüber dem NetzwocheTicker nichts sagen.