Nanoco lobbyiert gegen cadmiumhaltige Bildschirme
Das Nanotech-Unternehmen Nanoco hat eine Petition beim Europäischen Parlament eingereicht. Darin fordert es die Untersuchung der Frage, ob Cadmium in der EU für Computer- und TV-Bildschirme verwendet werden darf.
Das britische Nanotech-Unternehmen Nanoco hat auf juristische Unsicherheiten hingewiesen. Gemäss dem Unternehmen herrsche keine Einigkeit bezüglich der rechtlichen Grundlage von Bildschirmen auf Cadmium-Basis. Daher fordert der Hersteller cadmiumfreier Quantenpunkte eine offizielle Untersuchung der Thematik durch das Europäische Parlament. Nanoco reichte bereits eine entsprechende Petition ein.
Im Mai 2015 hatte das Europaparlament einen delegierten Rechtsakt der Europäischen Kommission abgelehnt. Dieser bezweckte die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für Cadmium-Quantenpunkte in elektronischen Geräten vom Verbot für gefährliche Substanzen gemäss der RoHS-Richtlinie der EU. Obwohl Cadmium-Quantenpunkte seit dem 1. Juli 2014 gesetzlich nicht mehr zulässig sind, sollte mit der Ausnahmegenehmigung die Verwendung von giftigem Cadmium in Fernseh- und anderen Bildschirmen bis zum Juli 2018 weiterhin möglich sein, wie Nanoco mitteilt.
Fehlende gesetzliche Grundlage
Die Europäische Kommission begutachte nun trotz der Abstimmung im Parlament, ob die Ausnahme nicht doch beibehalten werden soll. Michael Edelman, CEO der Nanoco Group, sieht keinen Grund dafür: "Es gibt keine rechtliche Grundlage dafür, weiterhin neue Cadmium-Displays auf dem Markt zuzulassen. An Alternativen mangelt es nicht, und die ehemalige Ausnahme für Cadmium-Quantenpunkte hat mit der Abstimmung des Parlaments an Gültigkeit verloren." Deshalb hätten sie sich an den Petitionsausschuss gewandt.
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