Ablaufdatum rückt näher

Update: Phisher nutzen Nachfrage nach E-Vignette aus

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von Chiara Binder und Valentina Graziano und dwi, jor

Kurz vor dem Ablauf der Autobahnvignette 2025 locken Kriminelle mit gefälschten E-Vignetten. Nun warnt das BACS vor Phishing-Mails, die Fahrzeughalterinnen und -haltern vorgaukeln, dass ihre E-Vignette vorübergehend gesperrt worden sei.

(Source: News Service Bund)
(Source: News Service Bund)

Update vom 07.01.2026: Derzeit suchen Kriminelle mit Phishing-E-Mails zu E-Vignetten für Schweizer Autobahnen nach Opfern. Die Vignette für 2025 läuft am 31. Januar 2026 ab - Betrüger machen sich diese Nachfrage zunutze. In den E-Mails behaupten die Betrüger laut Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), dass die mit dem Fahrzeug des potenziellen Opfers verbundene E-Vignette gesperrt worden sei.

Zur angeblichen Wiederaktivierung der scheinbar gesperrten E-Vignette bieten die Kriminellen in den E-Mails einen Link an, wie das BACS weiter mitteilt. In der Aufforderung schreiben sie, dass die Zahlungsinformationen möglichst schnell aktualisiert werden sollen. Durch allgemeine Formulierungen ist die E-Mail auf viele Fahrzeughalterinnen und -halter zugeschnitten. Wer auf den Link klickt, gelangt auf eine täuschend echt aussehende Fälschung der offiziellen Website, wo man Kreditkarten- und Personendaten angeben soll. Die dort eingegebenen Daten landen allerdings bei den Betrügern.

Auch über die Suchmaschine locken die Kriminellen mit gefälschten Websites in die Falle, wie das BACS warnt. Über Werbeanzeigen werden die betrügerischen Sites zuoberst in den Suchanzeigen aufgelistet. Diese Websites erscheinen laut dem Bundesamt durch die täuschend echte Fälschung als seriös, doch im Kaufprozess erhalten die Opfer eine ungültige Vignette. Der finanzielle Schaden werde dabei oft erst mit der Kreditkartenabrechnung bemerkt.

Abgesehen von Betrügern gibt es auch Drittanbieter, die sich in der rechtlichen Grauzone bewegen, wie das BACS weiter mitteilt. Solche Anbieter bieten gültige E-Vignetten an und liefern diese auch, fordern allerdings einen zu hohen Preis. Die Anbieter begründen dabei die Mehrkosten mit Zusatzgebühren oder angeblichen Servicekosten. Diese Kosten werden gemäss BACS erst spät im Bestellprozess sichtbar.

Von Betrugsversuchen betroffen ist nicht nur die Schweizer E-Vignette - laut dem Bundesamt sind auch Fälle von gefälschten Websites für die österreichische Vignetten bekannt.

Empfehlungen des BACS

Für den Kauf von E-Vignetten empfiehlt das Bundesamt, die offiziellen Websites der Bundesverwaltung zu nutzen - bei Unsicherheiten bieten die Websites der jeweiligen Verwaltung mehr Informationen. Über Links aus SMS oder E-Mail sollen nie persönliche Daten wie Passwörter oder Kreditkartendaten eingeben werden. Auch bei Suchanfragen rät das BACS zu Vorsicht, da sich Phishing-Sites als "gesponserte" Websites vor den eigentlichen Suchergebnissen platzieren lassen.

 

Originalmeldung vom 05.12.2025:

Betrugsversuche rund um die E-Vignette häufen sich

Die Autobahnvignette für das Jahr 2026 ist bereits erhältlich - inklusive der elektronischen Variante. Doch beim Kauf der E-Vignette warnt das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit vor gefälschten Websites und betrügerischen E-Mails.

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und eine neue Vignette für das kommende Jahr muss her. Dabei haben Schweizer Fahrzeughalterinnen und -halter die Möglichkeit sich zwischen der physischen oder die elektronischen Variante zu entscheiden. Nun warnt das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) vor betrügerischen Anbietern.

Die Meldungen über entsprechende Online-Betrugsfälle hätten sich in den vergangenen Wochen gehäuft: Einerseits tauchen gefälschte Websites auf, die die Vignette zu überhöhten Preisen und gegen eine Kaution anbieten; andererseits kursieren laut BAZG E-Mails, in denen Betrüger dazu auffordern, Zahlungsinformationen erneut online einzugeben. Auf diese Weise können die Täter an sensible Daten gelangen.

Die Behörde weist deshalb auf folgendes hin:

  • Das BAZG verlangt genau 40 Franken für den Kauf der Schweizer E-Vignette und verlangt keine Kaution. 
  • Das BAZG verlangt niemals per E-Mail, Zahlungsinformationen zu bestätigen oder zu aktualisieren.
  • Kaufen Sie die E-Vignette ausschliesslich unter folgender URL beim offiziellen Via-Webshop des BAZG: www.e-vignette.ch respektive bei via.admin.ch/shop/.

E-Vignette auf Erfolgskurs

Wer die Schweizer Autobahnen befahren will, benötigt seit 1985 eine Vignette. Seit August 2023 ist diese auch elektronisch erhältlich. 

Für das Vignettenjahr 2024 entschieden sich rund 35 Prozent für die elektronische Variante, wie der Bund im November in einer Mitteilung schrieb. Im Jahr 2025 waren es schon 45 Prozent, also 4,9 Millionen von insgesamt 11 Millionen verkauften Exemplaren - davon entfielen laut Bund 2,8 Millionen auf die Schweiz. Dabei beobachte der Bund die grösste Nachfrage der E-Vignette in den Kantonen Zürich (476'000), Bern (333'000), Aargau (271'000) und Waadt (217'000)

Auch im Ausland soll die E-Vignette gut ankommen: 42 Prozent würden an ausländischen Kontrollschilder gehen. Die grösste Nachfrage kam laut BAZG aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Belgien.

 

Bereits im zu Beginn dieses Jahres warnte die Kantonspolizei Zürich vor Betrügern, die Kreditkartendaten über gefälschte Websites für den Kauf von E-Vignetten stehlen. Lesen Sie hier mehr dazu. 

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