Die Cloud absorbiert den Einsteigermarkt
Die Cloud wird als Speicherplatz immer beliebter bei Endkunden und kleinen Unternehmen. Mit drastischen Folgen für die Hersteller von Privat- und Entry-Level-Storage.
Im vergangenen Jahr ist die Menge an ausgelieferten Speichersystemen im Endkunden- und Einsteiger-Segment deutlich gesunken. 68,5 Millionen Speicherprodukte verliessen gemäss IDC die Hallen der Hersteller, ein Minus von 9,2 Prozent im Jahresvergleich.
Deutlicher sanken die Einnahmen der Produzenten. 2015 erwirtschafteten die Speicheranbieter 5,4 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Storage-Lösungen. Das sind 15,1 Prozent weniger als im Jahr davor.
Der grösste Einbruch seit der Thailandflut
Einen derartigen Einbruch beobachtete IDC-Analyst Li Jingwen zuletzt 2011, als die Fabriken der grossen Festplattenhersteller in Thailands Hochwasser versanken. Für Li ist diesmal keine Flut für den Einbruch verantwortlich, dafür ein anderes "Wetterphänomen": die Wolke. Der zunehmende Gebrauch von Speicher in der Cloud verringere den Bedarf an Speicherlösungen im Einsteigerbereich.
Li sieht für die Hersteller derzeit zwei Möglichkeiten zu überleben. Sie könnten durch Übernahmen und Zusammenschlüsse ihre Marktposition stärken oder restrukturieren.
Reine Festplattenanbieter hatten im vergangenen Jahr zu kämpfen. Toshiba musste einen Rückgang bei seinen Auslieferungen hinnehmen und wird voraussichtlich restrukturieren müssen, um sein HDD-Geschäft am Markt besser positionieren zu können, wie IDC schreibt. Imation stieg aus dem Personal-Storage-Bereich aus und fischt durch die Übernahme von Connected Data im Entry-Level-Segment nach Kunden. Den Flash-Anbietern scheint es nicht viel besser zu gehen. So übernahm Western Digital Mitbewerber Sandisk im Kampf um Anteile im SSD-Markt.
Für IDC beginnen Speicher für den Bereich Personal- and Entry-Level Storage (PELS) bei Geräten mit einem Einschub. Das obere Ende markieren Speichersysteme mit zwölf Einschüben. Allesamt werden mit diesen Speichern private Konsumenten, Anwender im Umfeld Small- und Homeoffice sowie kleine Unternehmen erfasst.
Der Trend bei Kunden ging im vergangenen Jahr hin zu Modellen mit 3 bis 5 Terabyte Speicherkapazität. Weniger gefragt waren hingegen Modelle mit 1 bis 2 Terabyte.
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