MWC 2017

Plauderstunde mit Reed Hastings

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Netflix-Mitgründer und -CEO Reed Hastings ist an den Mobile World Congress gekommen. Die Kongressbesucher versprachen sich offenbar viel von seinem Auftritt. Die Schlange vor dem Eingang bildete sich schon eine Stunde bevor Hastings loslegte.

Netflix-CEO Reed Hastings und BBC-Radiomoderatorin Francine Stock am Mobile World Congress 2017 in Barcelona (Quelle: Netzmedien)
Netflix-CEO Reed Hastings und BBC-Radiomoderatorin Francine Stock am Mobile World Congress 2017 in Barcelona (Quelle: Netzmedien)

Wenn der Name Reed Hastings auf der Agenda steht, kommen sie in Scharen. Die Menschen, die ihm zuhören wollen. So geschehen auch am diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona.

Am Abend des ersten offiziellen Messetages sprach der Netflix-Mitgründer und -CEO etwa eine halbe Stunde lang mit der BBC-Radiomoderatorin Francine Stock.

Stock stellte zwar zwischendurch knackige Fragen, Hastings beantwortete sie aber nicht oder nur ausweichend. Etwa: "Wie viele Ihrer Kunden nutzen Netflix über mobile Geräte?" Hastings: "Wir sehen viel Mobile-Nutzung in Afrika, im nahen Osten und Asien."

Weniger Piraterie dank Netflix?

"Wie gehen Sie mit Piraterie um?" Hastings: "Es hilft, dass Netflix sehr günstig ist." Die Niederlande waren einst eine Hochburg für Piraterie. Seit wir dort [2013] gestartet sind, wenden sich mehr und mehr Menschen legalen Inhalten wie den unsrigen zu."

Hastings nutzte das Gespräch vor allem, um von seiner Mission zu erzählen. Netflix sei die Story des Internets und bei der Story des Internets gehe es darum, Menschen rund um die Welt miteinander zu verbinden.

Als Beispiel führte Hastings die Netflix-Serie Narcos an. Die werde in Spanisch und Englisch von einer französischen Produktionsfirma in Kolumbien mit einem brasilianischen Hauptdarsteller produziert. Der sei nun weltweit ein Star.

"Wir wollen Geschichten rund um die Welt sammeln und rund um die Welt teilen", sagte Hastings. "Wir wollen lokalen Produzenten ein globales Publikum geben."

Hastings will Buffering eliminieren

Francine Stock schaffte es am Ende, Hastings etwas über Technik zu entlocken. Netflix investiere in seine Netzwerke, Server und arbeite mit Service Providern rund um den Globus zusammen. Das Grosse Ziel: Niemand soll künftig Videos buffern müssen, bevor er sie anschauen könne.

Laut Hastings werden viele Service Provider bald schon unlimitierte Datenabos mit einer Geschwindigkeitsobergrenze anbieten. Das würde die Netze der Provider entlasten und gleichzeitig allen Kunden uneingeschränkten Zugang zu Netflix ermöglichen. "Niemand wird sich mehr darum sorgen müssen, sein Datenlimit zu überschreiten", sagte Hastings.

In fünf oder zehn Jahren werde die Qualität von Netflix auf jedem Gerät "unglaublich" sein. "Wir wissen noch nicht, wie wir dahin kommen, aber wir lernen konstant dazu. Das Internet ist unglaublich", sagte Hastings.

Netflix passt sich an neue Technologien an, wenn sie etabliert sind

Auf die Frage, wie Netflix mit neuen Technologien umgehe, antwortete Hastings ausweichend. Die Zukunft vorherzusagen sei schwierig, sagte er. Obschon er zwei Sätze zuvor selbst in die Zukunft geblickt hatte.

"Wir passen uns an das an, was passiert. Sollte Virtual Reality abheben, passen wir uns daran an. Wird es irgendwann Kontaktlinsen geben, mit denen man Videos streamen kann, passen wir uns daran an. Wir sind flexibel", sagte Hastings.

Stock liess nicht locker. Sie wollte mehr Zukunftstheorien hören. "Wir alle denken doch gern über die Zukunft nach", sagte sie. "Was passiert in 20 Jahren?"

Publikum enttäuscht

"In 20 Jahren werden wir echte künstliche Intelligenz sehen", antworte Hastings. Danach ist alles offen. "Niemand kann sagen, was in 50 Jahren mit der Menschheit passieren wird. Unterhält uns die künstliche Intelligenz, oder unterhalten wir sie?"

Damit verabschiedete sich Hastings und liess ein enttäuschtes Publikum zurück. "Disappointment", Enttäuschung, "Boring speech", langweilige Rede, "What a waste of time", was für eine Zeitverschwendung, schallte es auf dem Weg aus dem Auditorium von allen Seiten.

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