Zenit des Aufschwungs ist erreicht

Die Kompassnadel zeigt in Richtung externe Sourcing- und Cloud-Services

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von Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG

Die positive Stimmung bei den Schweizer Unternehmen und der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt haben im vergangenen Jahr zu deutlich steigenden Ausrüstungsinvestitionen und Konsumausgaben geführt. So rechnet die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich für 2018 mit einer Erhöhung der Wirtschaftsleistung um 2,6 Prozent.

Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG (Source: Miklós Klaus Rózsa)
Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG (Source: Miklós Klaus Rózsa)

Der Zenit des Aufschwungs ist mittlerweile erreicht. Im Jahr 2019 ist gemäss Konjunkturforschungsstelle KOF mit einer Verlangsamung des Schweizer BIP-Wachstums auf 1,6 Prozent zu rechnen. Hierfür ist vor allem das schwächere internationale Umfeld verantwortlich. Insbesondere die Eurozone verliert bereits wieder klar an Dynamik. Nach einer kräftigen Expansion im vergangenen Jahr sind der Euroraum sowie wichtige asiatische Volkswirtschaften in eine Abkühlungsphase eingetreten, der internationale Konjunkturverlauf schwächt sich ab und die Wirtschaft kehrt auf einen moderateren Wachstumspfad zurück. Die Schweizer Konjunktur verliert etwas an Rückenwind.

Auch im ICT-Umfeld legten die Ausgaben und Investitionen der Schweizer Unternehmen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 deutlich zu. Für 2018 rechnen wir auf der Basis unseres Frühjahrs-Updates mit einem Wachstum von 4,2 Prozent (B2B) auf ein Ausgabenvolumen von insgesamt 18,1 Milliarden oder durchschnittlich 75 Millionen Franken pro Arbeitstag. Die erfreulich positive Wachstumsrate aus dem vergangenen Jahr wird in dieser Höhe 2019 nicht mehr zu halten sein.

Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Wachstumsraten des ICT-Marktes weisen zumindest im grundsätzlichen Verlauf immer mehr Parallelen auf, das heisst, dass das Wachstum der ICT-Ausgaben 2019, wie auch das gesamtwirtschaftliche Wachstum, etwas nachgeben wird.

Dieser Fachbeitrag erschien in der Netzwoche Nr. 4/2019. Alle Inhalte des Heftes finden Sie hier.

Budgets werden aufgestockt

Wir rechnen derzeit damit, dass wir im laufenden Jahr immer noch mit einem satten Plus von 3,1 Prozent rechnen können, dies sind stattliche 570 Millionen Franken mehr als 2018. Knapp die Hälfte (46 Prozent) der im Rahmen unseres aktuellen Updates befragten Unternehmen rechnet damit, ihre Budgets für Projekte und den ICT-Betrieb in den kommenden zwölf Monaten entsprechend aufzustocken. Profitieren werden in grösserem Umfang Auslagerungsprojekte im Bereich der ICT. So planen 52 Prozent der Unternehmen, die Nutzung externer Cloud-Services oder die Verlagerung von ICT-Betriebsteilen an externe Sourcing-Dienstleister und Datacenter zu forcieren.

ICT-Betrieb wird ausgelagert

Damit generiert der Big Shift, das heisst die zunehmende Verlagerung des ICT-Betriebs hin zu externen Dienstleistern, einen überdurchschnittlichen Zuwachs der Ausgaben. Wir gehen davon aus, dass 2019 die Ausgaben für den traditionellen Eigenbetrieb der ICT um 10 Prozent sinken, während sie für externe Managed und Cloud-Services kräftig zulegen werden. Mit einem Plus von knapp 15 Prozent erreichen sie 2019 ein Volumen von 6,4 Milliarden Franken.

Die Form des reinen ICT-Eigenbetriebs erodiert weiter, die Kompassnadel zeigt in Richtung externe Sourcing- und Cloud-Services.

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