Mehr Unterstützung für KMUs

Bund macht vorwärts mit der Cyberabwehr

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Der Cyberausschuss des Bundesrates zieht Zwischenbilanz: Die Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyberrisiken kommt voran. Ein Drittel der festgesetzten Ziele soll bereits erreicht sein.

(Source: Beatrice Devenes)
(Source: Beatrice Devenes)

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyberrisiken (NCS) läuft wie geplant – ein Drittel der 247 Meilensteine sei bereits erreicht worden, teilt das zuständige Finanzdepartement mit. Die Zwischenbilanz beruht auf einem Bericht, den der Cyberausschuss des Bundesrates verabschiedet hat. Der Bericht beurteilt den Umsetzungsstand per erstes Quartal 2020.

Für 23 Meilensteine sei man allerdings verzögert unterwegs, heisst es in der Mitteilung. Die zuständigen Stellen hätten gegenüber dem Steuerungsausschuss die Verzögerungen begründet und plausibel aufzeigen können, dass der zeitliche Rückstand aufholbar sei.

Die NCS gibt die Ziele zum Schutz vor Cyberrisiken vor, die bis Ende 2022 erreicht werden sollen. Die koordinierte Umsetzung der Strategie verantwortet das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC).

Fortschritt in punkto Forschung, Ausbildung und Strafverfolgung

Fortschritte verzeichnen die Behörden bei der Förderung von Forschung und Ausbildung. Ein wichtiger Meilenstein stelle die Eröffnung des Cyber Defence Campus (CYD Campus) dar.

Der CYD Campus hat seit November 2019 drei Standorte: an der ETH Zürich, an der EPF Lausanne und beim Bundesamt für Rüstung Armasuisse in Thun. Der Campus solle die Zusammenarbeit zwischen Bund, Forschung und Wirtschaft stärken und so den Schutz im Cyberraum verbessern, sagte Verteidigungsministerin Viola Amherd anlässlich der Eröffnung des CYD Campus an der ETH Zürich.

Auch im Bereich der Strafverfolgung habe man Fortschritte erzielt, heisst es in der Mitteilung weiter. So sei die Koordination bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität verbessert worden.

Mehr Unterstützung für KMUs

Die NCS hat auch eine neue Zielgruppe. Die Strategie soll nun auch Massnahmen zur Unterstützung von KMUs in Zusammenhang mit Cyberrisiken herausarbeiten.

Zusammen mit Vertretern aus der Wirtschaft hätten die Behörden etwa einen Leitfaden für KMUs erstellt. Zudem ist seit dem 1. Januar die Nationale Anlaufstelle im NCSC operativ. Sie nimmt Meldungen über Cybervorfälle aus der Bevölkerung und der Wirtschaft entgegen, analysiert diese und leitet sie an die zuständigen Stellen weiter. Die Meldenden erhalten Empfehlungen für das weitere Vorgehen.

Ende Mai hat der Bundesrat zudem eine neue Verordnung verabschiedet, die am 1. Juli in Kraft trat und Struktur sowie die Aufgaben der Behörden zum Schutz vor Cyberrisiken neu regelte. Die Verordnung über den Schutz vor Cyberrisiken in der Bundesverwaltung solle "den Forderungen aus Wirtschaft und Politik nach einem starken Kompetenzzentrum mit einer klaren Struktur und mehr Zentralisierung gerecht werden", teilte der Bundesrat mit.

Kürzlich gab der Bundesrat bekannt, dass er auch die Cyberkompetenzen der Armee ausbauen will. Das Militär soll ein "Kommando Cyber" bekommen. Dabei wird es sich um eine Weiterentwicklung der Führungsunterstützungsbasis (FUB) der Armee handeln.

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