IT-Sektor beflügelt Schweizer KMU-Übernahmen
Die Zahl der Fusionen und Übernahmen von Schweizer KMUs ist im Jahr 2025 um 16 Prozent gestiegen. Treibende Kraft dieser Entwicklung waren vor allem Transaktionen im IT- und Softwarebereich. Die Hälfte der Übernahmen ging dabei an ausländische Unternehmen.
Nach einem zweijährigen Rückgang erlebte der M&A-Markt (Mergers & Acquisitions, auf Deutsch: Fusionen & Übernahmen) für Schweizer KMUs im Jahr 2025 wieder einen Aufschwung. Laut einer Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte stieg die Zahl der abgeschlossenen Fusionen und Transaktionen um 16 Prozent auf 208 an.
Die IT- und Softwarebranche war demnach der stärkste Wachstumstreiber dieser Markterholung. Sie war für 56 Prozent des Wachstums der Inbound-Transaktionen, also Übernahmen hiesiger KMUs durch ausländische Firmen, verantwortlich, wie es im Report heisst. Insgesamt entfielen 28 Prozent aller Übernahmen - sowohl Inbound als auch inländisch - auf den IT-Sektor, was einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Konsumgüterbranche habe mit 13 Transaktionen den stärksten Zuwachs bei inländischen Transaktionen verzeichnet, während die Käufe in der Life-Sciences-Branche und im Gesundheitsbereich laut Deloitte deutlich zurückgingen.
Ausländische Investoren treiben den Markt an
Der Markt wurde insbesondere durch ausländische Käufer belebt, die laut Studie für die Hälfte aller Transaktionen verantwortlich waren. Die Anzahl der Inbound-Transaktionen stieg demnach um 65 Prozent auf 104 abgeschlossene Übernahmen - der höchste Wert seit Beginn der Deloitte-Datenerhebung im Jahr 2013. Hingegen agierten Schweizer Unternehmen bei eigenen Käufen ausländischer Firmen (Outbound) zurückhaltender: die Zahl sank hier um 25 Prozent von 68 im Jahr 2024 auf 51 im Jahr 2025. Deloitte begründet diese Entwicklung mit aktuellen geopolitischen Spannungen, handelspolitischen Unsicherheiten und einem anspruchsvollen Investitionsumfeld.
Die Hauptinvestoren an Schweizer KMUs kamen laut Studie mehrheitlich aus Europa und machten 83 Prozent der Inbound-Transaktionen aus. Französische Käufer bildeten erstmalig die grösste Gruppe ausländischer Investoren mit 27 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 19 Prozent. US-amerikanische Investoren zeigten sich in diesem Jahr weniger interessiert: Ihr Anteil sank von 17 Prozent auf 8 Prozent. Als Gründe dafür nennt Kristina Faddoul, Leiterin Strategy, Risk & Transactions Advisory bei Deloitte Schweiz, den vergleichsweise schwachen US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken sowie die US-Zollpolitik.
Für 2026 prognostiziert Deloitte eine weitere Belebung der M&A-Aktivitäten und einen noch stärkeren Europa-Fokus. "Die Vorzeichen für 2026 stehen gut: Ein tiefes Zinsumfeld, viel Investitionskapital bei Private Equity und innereuropäische Investitionen sprechen für noch mehr Transaktionen", sagt Faddoul und ergänzt: "Geopolitische Risiken und Handelsbarrieren bleiben aber grosse Unsicherheitsfaktoren. Was unsere Studie klar zeigt: Schweizer KMUs geniessen einen ausgezeichneten Ruf. Sie sind auch 2026 attraktive Partner oder Kaufziele."
Auch das Schweizer Start-up-Ökosystem hat das Jahr 2025 mit einem Aufschwung abgeschlossen. Die Investitionen stiegen um 23,9 Prozent auf insgesamt 2,95 Milliarden Franken. Hier können Sie mehr dazu lesen.
Darum sind KI-Modelle schlechte medizinische Berater
Wie Cyberoperationen geopolitische Konflikte beeinflussen
SwissICT sucht neuen Geschäftsführer
Biber baut Damm aus Plüschtieren
Unkontrollierte KI-Agenten werden zum Geschäftsrisiko
Unternehmensportrait und Statement
IT-Sektor beflügelt Schweizer KMU-Übernahmen
Cisco präsentiert Netzwerkchip für KI-Infrastrukturen
Sichere Netzwerke – das Fundament für das KI-Zeitalter