Hybrid Working ist für viele KMUs nicht möglich
Fernarbeit und hybride Modelle werden die Arbeitswelt wohl auch nach der Krise prägen. Für viele kleinere Unternehmen ist dies jedoch nur schwer umsetzbar. Mangelnde Ressourcen sowie fehlender Kontakt zur Kundschaft stellen Hindernisse dar.
Montag bis Mittwoch im Büro arbeiten, Donnerstag und Freitag von zuhause aus - so oder ähnlich könnte eine Arbeitswoche für viele Angestellte in Zukunft aussehen. Die Krisenphänomene Fernarbeit und Hybrid Working dürften wohl auch nach Ende der Pandemie noch eine Rolle spielen. So gaben im Zuge einer Studie unter IT-Führungskräften zwei Drittel der Befragten an, auch in Zukunft auf Arbeitsmodelle dieser Art setzen zu wollen.
KMUs bleiben auf der Strecke
Beschäftigte von kleineren Unternehmen befürchten jedoch, mit diesem Trend nicht mithalten zu können und zwangsläufig an den physischen Arbeitsort zurückkehren zu müssen. Zu diesem Schluss kommt eine Befragung von Ricoh Europe unter 1400 Büroangestellten von Kleinunternehmen in ganz Europa.
Mehr als die Hälfte (58 Prozent) davon gehe demnach davon aus, nach Ende der Covid-Massnahmen vorwiegend im Büro zu arbeiten. Unter anderem würden ständige Änderungen von Kundenanforderungen die Umstellung auf hybride Arbeitsmodelle erschweren. Auch der finanzielle Aspekt spiele eine Rolle, wie David Mills, CEO von Ricoh Europe, erklärt: "Bei kleinen Unternehmen fehlt möglicherweise das Budget oder auch die Notwendigkeit, ihre Technologien vollständig zu erneuern." Effiziente Prozessautomatisierungen könnten zwar Ersparnisse mit sich bringen, argumentiert Mills weiter - vielen KMUs würden dafür jedoch die nötigen Kompetenzen fehlen.
Status quo: unbefriedigend
Der Status quo in Sachen Remote Working sei bei vielen kleineren Unternehmen unbefriedigend. So erschwere Fernarbeit für viele der Befragten die Kundenbetreuung. 40 Prozent gaben an, aus der Distanz nur schwer auf die dafür benötigten Daten im Unternehmenssystem zugreifen zu können.
Dies führe laut Ricoh zu Einschränkungen im persönlichen und bequemen Service - eigentlich ein Erkennungsmerkmal von Kleinunternehmen. Grössere Konkurrenzfirmen könnten davon profitieren, heisst es weiter. Für rund die Hälfte (51 Prozent) stellt die Automatisierung von Prozessen in dieser Hinsicht einen Ausweg dar. Ein solcher Ausweg kann jedoch auch der Berufswechsel sein: Ein Viertel (25 Prozent) könne sich vorstellen, zu einem Arbeitgeber zu wechseln, der Fernarbeit besser unterstützt.
Das Center for Aviation Competence der Universität St. Gallen erforscht derzeit das Flugverhalten von Schweizer Firmen vor, während und nach Corona. Das Zwischenresultat: In Zukunft wird es wohl wesentlich mehr Videocalls geben, die Zahl der Geschäftsflugreisen soll aber abnehmen. Hier lesen Sie mehr dazu.
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