Partner-Post Trendbarometer 2026 (Teil 2/2)

Das prognostizieren Experten für 2026 (2)

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Experten aus der ICT-Branche wagen einen Blick in die Kristallkugel. Sie sagen, welche Trends im Jahr 2026 den Ton angeben.

(Source: EOL STUDIOS - stock.adobe.com)
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Okta / PwC

 

Okta

Roman Stefanov, Director Alps and Eastern Europe, Okta

Roman Stefanov, Director Alps and Eastern Europe, Okta (Source: zVg)

(Source: zVg)

Wie beeinflusst die zunehmende Verbreitung von Zero-Trust-Architekturen die Prioritäten von Unternehmen im IAM im kommenden Jahr?

Roman Stefanov: Angesichts verteilter Belegschaften, Multi-Cloud-Umgebungen und komplexer Bedrohungen gewinnt Zero Trust (ZT) an strategischer Bedeutung. Unternehmen sollten ZT-Massnahmen auf kritische, hochwertige Assets fokussieren. Die Verknüpfung von ZT-Zielen mit Unternehmenszielen ist entscheidend, um das Executive Buy-in und notwendige Ressourcen zu sichern und so die Implementierung der ZT-Architektur zu realisieren.

Welche Trends zeigen sich bei der Einführung passwortloser Authentifizierung, und wie bewerten Unternehmen den Reifegrad entsprechender Lösungen?

Der Diebstahl von Zugangsdaten bleibt eine zentrale Herausforderung. Im Zeitalter von KI und Remote Work ist Identität der Eckpfeiler der Sicherheit. Sicherheitsexperten müssen die Balance zwischen robuster Sicherheit und nahtloser User Experience finden. Um eine breite Akzeptanz passwortloser Verfahren zu erreichen, muss der Reibungsverlust minimiert werden. Unternehmen priorisieren daher einfach zu bedienende Lösungen, die den sichereren Weg für Nutzer zum einfachsten machen.

Wie verändert der Ausbau einheitlicher Cloud-Identity-Plattformen die Sicherheits- und Compliance-Strategien von Organisationen?

Zentrale Identity-Plattformen ermöglichen konsistente Richtlinien, Echtzeit-Monitoring sowie automatisierte Governance und Audits über alle Systeme. Dies erhöht das Sicherheitsniveau und vereinfacht die effiziente Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Die Integration von Identity-, Zugriffs- und Governance-Funktionen in einer Plattform schafft die Grundlage für flexible und skalierbare IT-Umgebungen.

 

PwC

Urs Küderli, Partner, Lead Cybersecurity and Privacy, PwC Schweiz

(Source: zVg)

Welche technologischen Entwicklungen – von KI bis Cybersecurity – werden aus Sicht von PwC im kommenden Jahr den stärksten Einfluss auf Schweizer Unternehmen haben?

Urs Küderli: Im kommenden Jahr müssen Schweizer Unternehmen entscheiden, wie radikal sie ihre Geschäftsmodelle und Prozesse neu ausrichten wollen. Innovation bedeutet heute nicht nur Technologieeinführung, sondern auch Kulturwandel und gezielten Kompetenzaufbau. Besonders Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) verändern die Unternehmenswelt nachhaltig, schaffen neue Chancen, aber auch komplexe Cyberbedrohungen. Technologische Fortschritte bringen neue Schwachstellen, die von immer raffinierteren Angreifern genutzt werden. Mangelndes Know-how erhöht Risiken. Die Sicherheit von KI-Systemen ist aber essenziell, um Organisationsziele erfolgreich zu sichern. Ein risikobasierter Cybersecurity-Ansatz stärkt die Resilienz.

Wie verändern sich derzeit die Investitionsprioritäten Ihrer Kundinnen und Kunden, und welche Rolle spielen Effizienzgewinne durch Automatisierung und Datenanalyse?

Unsere Kunden investieren vermehrt in Standardisierung sowie in datengetriebene und automatisierte Prozesse, um mit weniger Ressourcen mehr zu erreichen und langfristig Kosten zu senken. Angesichts des Fachkräftemangels und Kostendrucks sind digitale Transformation und KI-Einsatz entscheidend für Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit.
Die Kombination aus Expertenwissen und Technologie ist dabei zentral für eine erfolgreiche Transformation. Innovation und eine moderne Arbeitsumgebung sind unerlässlich, um die richtigen Talente zu gewinnen.

Welche regulatorischen oder geopolitischen Risiken beschäftigen PwC aktuell am meisten, und wie sollten Unternehmen darauf reagieren?

Unternehmen stehen vor komplexen Herausforderungen: geographische Abhängigkeiten sowie neue Regulierungen wie der EU AI Act, DORA und NIS2 erfordern ein Überdenken von IT-, Cloud- und KI-Strategien. Rund 80 Prozent der Schweizer Firmen reagieren mit verändertem Cloud-Nutzungsverhalten. Über die Hälfte investiert verstärkt in Cyber- und Supply-Chain-Risikomanagement und überprüft Lieferketten sowie Partner. Regulatorische Vorgaben frühzeitig zu integrieren und Sicherheitsmassnahmen kontinuierlich zu stärken, ist entscheidend für nachhaltige Widerstands- und Wettbewerbesfähigkeit.

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