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Schweizer App sagt Klima in Weinbergen bis 2090 voraus

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: Chiara Binder, jor

Eine von der Universität Genf und Agroscope entwickelte mobile App hilft Winzerinnen und Winzern, das künftige Klima ihres Weinguts vorherzusagen. Die App identifiziert Regionen, die bereits heute ähnliche Bedingungen aufweisen.

(Source: Moritz Knöringer / Unsplash)
(Source: Moritz Knöringer / Unsplash)

Eine neue App hilft Winzerinnen und Winzern, sich auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten. Die App wurde von Forschenden der Universität Genf und Agroscope entwickelt. Das Tool gibt Aufschluss darüber, wie das Klima in einem Weinberg in 20, 30 oder 50 Jahren aussehen wird, wie die Universität mitteilt.

Die Methode basiert gemäss Mitteilung auf dem Konzept der "Klima-Analoga". Wenn das zukünftige Klima eines Weinbergs mit dem aktuellen Klima eines anderen vergleichbar ist, kann Letzteres als Referenzpunkt dienen. Die Winzer könnten sich so über die bereits in diesen Regionen angewandten Methoden informieren, um ihre eigenen anzupassen. Beispielsweise dürfte ein Weinberg in Dardagny (Genf) laut der Anwendung im Jahr 2070 ein ähnliches Klima wie Saint-Matré im Südwesten Frankreichs haben, wie die Universität schreibt.

Die App "Analogues climatiques - Vignes" ist für iOS und Android verfügbar. Sie umfasst 57 Weinbaugebiete und mehr als 20'000 Parzellen in ganz Europa mit Klimaprognosen bis zum Jahr 2090.

Sechs bioklimatische Indikatoren

Die Prognosen basieren auf regionalen Daten des Cordex-Programms (Coordinated Regional Climate Downscaling Experiment) in Verbindung mit der Datenbank Corine Land Cover, um die Weinberge genau zu lokalisieren. Das Tool modelliert sechs wichtige bioklimatische Indikatoren, darunter Frostgefahr, Hitzewellen und Pilzerkrankungen wie Mehltau.

Die Forschenden publizierten ihre Studie in der Fachzeitschrift "Agricultural and Forest Meteorology". "Temperaturbezogene Indizes führen hauptsächlich zu Nord-Süd- und Höhenverschiebungen der Klimaanalogien, während pathogenbezogene Indizes, die Feuchtigkeit und Niederschläge berücksichtigen, Ost-West-Verschiebungen verursachen", erklärt Stéphane Goyette, Dozent und Forscher am Departement für Angewandte Physik der Fakultät für Naturwissenschaften und am Institut für Umweltwissenschaften (ISE) der Uni Genf sowie Mitautor der Studie. "Diese gegensätzlichen Einflüsse zeigen, dass es unerlässlich ist, alle relevanten Indizes zu berücksichtigen, um Klimaanalogien korrekt zu identifizieren."

 

Übrigens: Die Unige hat beschlossen, das Universitätszentrum für Informatik aufzulösen. Es soll eine Forschungsplattform für künstliche Intelligenz geschaffen werden. Lesen Sie hier mehr darüber.

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