Agentic AI: Gesteuerte Autonomie als Erfolgsfaktor
Agentic AI verspricht enorme Effizienz durch autonome Prozesse. Der Schlüssel zum messbaren Erfolg liegt in klaren Leitlinien: Mit sicherer Governance lassen sich Risiken minimieren und autonome KI-Agenten optimal für das Business nutzen, um echten Mehrwert zu generieren.
Die Lücke zwischen Hype und echtem Value
Künstliche Intelligenz durchdringt heute unzählige Geschäftsprozesse. Laut dem State of AI in the Enterprise Report 2026 von Deloitte Switzerland nutzen bereits 34 Prozent der Firmen KI für eine tiefgreifende Transformation. Um hier das volle Potenzial auszuschöpfen und zu den 5 Prozent der Vorreiter (BCG) mit echtem P&L-Impact zu gehören, ist ein strategischer Ansatz gefragt. Gartner prognostiziert, dass Projekte ohne klare Risikokontrollen oft ins Stocken geraten. Wer jedoch frühzeitig auf messbaren ROI und gesteuerte Autonomie setzt, wandelt anfängliche Skepsis schnell in produktive Skalierung um.
Besonders bei Agentic AI – Systemen, die eigenständig planen und handeln – ist die Skepsis auf C-Level-Ebene gross. Die Gründe liegen oft in explodierenden Kosten, unklarem ROI und mangelnden Risikokontrollen. Aus diesem Grund ziehen aktuell nur 15 Prozent der IT-Leiter den Einsatz vollständig autonomer KI-Agenten überhaupt in Betracht.
Shadow AI als unsichtbares Risiko in der Schweiz
Gerade in der Schweiz ist die Dringlichkeit für klare Regeln enorm hoch. Einerseits sind Schweizer Firmen europaweite Vorreiter: 52 Prozent der hiesigen Organisationen nutzen bereits KI-Agenten für ihre Prozesse. Andererseits weisen laut brisanten Daten von Arenema 80 Prozent dieser Unternehmen Aktivitäten von sogenannter "Shadow AI" auf. Mitarbeitende bringen unkontrollierte Tools mit an den Arbeitsplatz und umgehen so die offiziellen IT-Richtlinien.
Wenn Agenten künftig selbstständig in ERP- oder CRM-Systemen agieren, eröffnen sich gigantische Potenziale. Zwar steigt mit vollem Systemzugriff auch das Risiko für Datenschutzverletzungen – eine Sorge, die Gartner teilt, da 74 Prozent der IT-Leiter KI-Agenten noch als Sicherheitsrisiko sehen.
Doch genau hier liegt der Schlüssel zum Erfolg: Wie Deloitte treffend aufzeigt, ist eine verlässliche, proaktive Governance ein wichtiger Enabler. Mit den geeigneten Massnahmen gelingt es, Risiken zu minimieren und das absolute Leistungsoptimum aus den Agenten herauszuholen. So wird Compliance nicht zur Bremse, sondern zum Fundament für sicheres Wachstum.
Controlled Autonomy als strategische Lösung
Das scheinbare Paradox der Automatisierung lautet: Autonome Systeme benötigen weitaus strengere Grenzen als herkömmliche Tools. Der strategische Ansatz der "Controlled Autonomy" verhindert diesen gefürchteten Kontrollverlust durch drei zentrale Säulen:
- Guardrails (Leitplanken): Strikte System- und Datengrenzen stellen sicher, dass ein KI-Agent Kundenanfragen zwar vorbereiten, aber nicht eigenmächtig Verträge ändern darf.
- Human-in-the-Loop: Der Mensch bleibt stets die finale Instanz. Bei kritischen Entscheidungen oder festgelegten Schwellenwerten muss der Agent zwingend eskalieren und eine menschliche Freigabe einholen.
- Transparenz & Audit Trails: Eine lückenlose und unveränderbare Protokollierung garantiert die Nachvollziehbarkeit aller Entscheidungen. Dies ist für Audits und die Einhaltung lokaler Regulierungen zwingend essenziell.
Wertschöpfung bedingt organisatorischen Wandel
Warum scheitern so viele Initiativen trotz hervorragender Technologie? Die Experten von BCG warnen davor, dass ein Flickenteppich an isolierten Pilotprojekten ohne klaren „Value-First“-Blueprint unweigerlich zu Wertverlust führt. Nach dem 10-20-70-Prinzip machen Algorithmen nur 10 Prozent und die Technologie 20 Prozent des Erfolgs aus. Ganze 70 Prozent des wahren Wertes entstehen erst durch die Neugestaltung von Kernprozessen, klare Governance und die Befähigung der Mitarbeitenden.
An exakt diesem Punkt setzt Noser Engineering pragmatisch an. In einem massgeschneiderten KI-Workshop zum Thema Organisation lernen Führungskräfte, wie Struktur und Governance zum entscheidenden Erfolgsfaktor für Agentic AI werden. Der Workshop vermittelt praxiserprobte Frameworks, um KI-Initiativen nachhaltig in der Belegschaft zu verankern und strategisch sicher zu steuern.
Wie KI-Experte Tobias Ritscher von Noser Engineering treffend betont: KI entfaltet ihren Wert nicht durch maximale Automatisierung, sondern durch nachvollziehbare, vertrauenswürdige Unterstützung. Noser Engineering hilft Ihnen dabei, diesen Wert pragmatisch, sicher und vor allem messbar in Ihre Geschäftsprozesse zu integrieren.
Zum Autor
Andreas Rain ist AI Solutions Engineer bei Noser Engineering AG.
Seine Fachgebiete umfassen Requirements Engineering, GenAI-Integration, Multi-Agenten-Systeme sowie Software Engineering.

Noser Engineering AG
Winterthur – Luzern – Bern – Rheintal – Basel – München
www.noser.com
Noser Engineering AG ist ein Schweizer ICT-Dienstleister für massgeschneiderte Software- und Hardwarelösungen und begleitet Unternehmen bei der Umsetzung komplexer digitaler Vorhaben.
Quellen:
- Deloitte: State of AI in the Enterprise 2026
- BCG: The widening AI Value Gap
- Gartner: Gartner Predicts Over 40% of Agentic AI Projects Will Be Canceled by End of 2027
- Gartner: Gartner Survey Finds Just 15% of IT Application Leaders Are Considering, Piloting, or Deploying Fully Autonomous AI Agents
- Arenema: AI Governance Trends Switzerland 2026
Bildquelle:
- ChatGPT
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