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Business-Software-Anbieter müssen über die Bücher

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Unternehmen investieren weiterhin Milliarden in ERP-, CRM- und HR-Systeme. Gleichzeitig wächst die Skepsis gegenüber immer höheren Lizenzkosten und ständig neuen KI-Aufpreisen. Der Markt für Business-Software bleibt zwar attraktiv – doch die Anbieter geraten zunehmend unter Rechtfertigungsdruck.

(Source: Elnur - stock.adobe.com)
(Source: Elnur - stock.adobe.com)

Das Geschäft mit Business-Software boomt. Kaum ein Unternehmen kommt heute ohne digitale Plattformen für Finanzen, Personalwesen, Kundenmanagement oder Zusammenarbeit aus. Entsprechend dominant sind Anbieter wie SAP, Microsoft, Salesforce, Oracle oder Servicenow geworden. Ihre Anwendungen bilden längst das digitale Rückgrat vieler Organisationen.

Doch gleichzeitig wächst in vielen Unternehmen der Druck, die eigenen Softwarelandschaften zu konsolidieren. Laut dem aktuellen «SaaS Management Index» des Softwaremanagement-Spezialisten Zylo verwalten grosse Unternehmen heute durchschnittlich mehrere hundert SaaS-Anwendungen parallel – oft mit redundanten Tools, ungenutzten Lizenzen und fehlender Kostentransparenz.

Auch Deloitte beobachtet einen klaren Konsolidierungstrend. In einer aktuellen Befragung von IT- und Beschaffungsverantwortlichen geben 65 Prozent der Unternehmen an, ihre SaaS-Anbieter aktiv zu reduzieren oder bestehende Softwarelandschaften zu vereinfachen. Besonders im Fokus stehen dabei Lizenzkosten, Integrationsaufwand und die Kontrolle über wachsende Cloud-Ausgaben.

Zusätzlichen Druck erzeugt die KI-Welle. Viele Hersteller koppeln generative KI inzwischen an neue Lizenzmodelle oder verbrauchsabhängige Preissysteme. Gleichzeitig fällt es vielen Unternehmen schwer, den wirtschaftlichen Nutzen dieser Investitionen klar zu beziffern. Eine weltweite Befragung von PwC unter CEOs zeigt, dass bislang nur ein kleiner Teil der Unternehmen gleichzeitig höhere Umsätze und tiefere Kosten durch KI erzielt.

Hinzu kommt: Viele Unternehmen kämpfen zunehmend mit der Komplexität ihrer Softwarelandschaften. Denn je mehr KI-Funktionen, Cloud-Dienste und Automatisierungswerkzeuge hinzukommen, desto schwieriger wird es, Anwendungen sauber zu integrieren, Daten konsistent zu halten und die Kontrolle über Prozesse und Kosten zu bewahren.

Für die Hersteller von Business-Software bedeutet das: Sie müssen ihren Kundinnen und Kunden den wirtschaft­lichen Nutzen ihrer Plattformen wieder deutlich konkreter erklären als noch vor wenigen Jahren. Unternehmen genehmigen neue SaaS-Ausgaben längst nicht mehr automatisch, sondern verlangen nachvollziehbare Produktivitätsgewinne, tiefere Integrationskosten und klar messbare Effizienz­vorteile.
 

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