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KI krempelt das SaaS-Geschäft um

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Software-as-a-Service galt lange als nahezu perfektes Geschäftsmodell: planbare Abo-Einnahmen, hohe Margen und eine starke Kundenbindung. Doch genau dieses Modell gerät durch generative KI zunehmend unter Druck. Denn KI-Assistenten verändern die Art und Weise, wie Nutzerinnen und Nutzer Software verwenden – und womöglich auch, welche ­Anwendungen sie künftig überhaupt noch brauchen.

(Source: Abid Ur Rehman - stock.adobe.com)
(Source: Abid Ur Rehman - stock.adobe.com)

Das Geschäft mit Standardsoftware erlebt derzeit die grösste Umwälzung seit dem Durchbruch der Cloud. ­Während sich die grossen Anbieter jahrelang darauf konzentrierten, möglichst viele Anwendungen als abonnementpflichtige Software-as-a-Service (SaaS) anzubieten, stellt künstliche Intelligenz dieses Prinzip nun zunehmend ­infrage.

Der Grund: Generative KI verändert die Benutzeroberfläche von Software grundlegend. Die User greifen nicht mehr direkt über Menüs, Formulare oder Apps auf Funktionen zu, sondern kommunizieren mit KI-Assistenten in natürlicher Sprache. Statt einzelne Programme manuell zu bedienen, formulieren sie Anweisungen – der KI-Agent erledigt den Rest möglichst autonom im Hintergrund.

Gerade darin liegt die Herausforderung für die Anbieter von Standardsoftware. Denn wenn KI-Agenten künftig Aufgaben über verschiedene Anwendungen hinweg koordinieren, verlieren einzelne Programme an Sichtbarkeit und damit womöglich auch an Bedeutung. Branchenbeobachter sprechen deshalb bereits vom möglichen Ende des klassischen SaaS-Modells, bei dem Unternehmen für den Zugriff auf klar abgegrenzte Anwendungen bezahlen.

Die grossen Softwarekonzerne reagieren mit Hochdruck auf diese Entwicklung. Microsoft integriert Copiloten tief in sein gesamtes Produktportfolio, Salesforce propagiert mit "Agentforce" autonome KI-Agenten für Unternehmen, und auch SAP, Oracle oder Workday bauen ihre Plattformen konsequent um. Ziel ist es, die eigene Software nicht bloss um KI-Funktionen zu ergänzen, sondern sie zum intelligenten Betriebssystem für Geschäftsprozesse zu machen.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: KI senkt die Eintrittshürden im Softwaremarkt. Funktionen, die man früher aufwendig programmieren musste, lassen sich heute deutlich schneller entwickeln oder direkt über Sprachmodelle integrieren. ­Dadurch steigt der Konkurrenzdruck – auch für etablierte Anbieter. Gleichzeitig geraten die hohen SaaS-Lizenzkosten zunehmend in die Kritik. Viele Unternehmen prüfen genauer, welche Anwendungen sie tatsächlich benötigen und welche Funktionen sich inzwischen günstiger oder direkt über KI-Werkzeuge abbilden lassen.

Trotzdem wächst der Markt für Standardsoftware weiter. Gartner prognostiziert, dass die weltweiten IT-Ausgaben 2026 auf rund 6,3 Billionen US-Dollar steigen werden – ein Plus von 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings verschiebt sich der Wettbewerb. Nicht mehr einzelne Features entscheiden, sondern die Frage, wie gut sich KI in bestehende Prozesse integrieren lässt – und wie stark die Anbieter ihre Kundschaft langfristig an ihre Plattformen binden können.
Fest steht: KI krempelt das Geschäft mit Standardsoftware um. Die grossen Anbieter kämpfen nicht mehr nur um Marktanteile, sondern zunehmend auch darum, ihre Rolle zwischen KI-Assistenten, Plattformen und Geschäftsprozessen neu zu definieren.


 

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