Schatten-KI erzeugt erhebliche Risiken
Eine Umfrage unter 1600 Führungskräften zeigt: Viele Unternehmen haben Mühe, die unbefugte Nutzung von künstlicher Intelligenz zu kontrollieren. Diese sogenannte Schatten-KI konfrontiert Unternehmen mit einer doppelten Realität aus Modernisierungsdruck und neuen Risiken.
In der Studie «Nutanix Enterprise Cloud Index 2026» benennen Führungskräfte Schatten-KI als einen der zentralen Treiber neuer Sicherheitsbedrohungen. 79 Prozent der Befragten berichten von KI-Anwendungen oder Agenten, die von Mitarbeitenden ohne Wissen der IT eingeführt und genutzt werden. 87 Prozent sind überzeugt, dass diese unautorisierte Nutzung Risiken birgt, etwa durch die unbeabsichtigte Weitergabe sensibler Kundendaten oder interner Strategien. Sie fürchten Datenschutzverletzungen, den Verlust der Datenkontrolle sowie die Preisgabe von Firmengeheimnissen.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT. Nur wenn beide Seiten abgestimmt vorgehen, lassen sich KI-Bereitstellungen sicher, compliant und im Einklang mit Unternehmenszielen umsetzen.
Container und Agenten als technologische Grundlage
Organisatorische Silos verschärfen die Situation. KI treibt Innovationen voran, gleichzeitig erhöht sie Komplexität und Betriebsanforderungen. 82 Prozent der Befragten sehen Trennlinien zwischen Fachabteilungen und IT als Hemmnis für schnelle und effiziente Technologieprojekte.
Das hohe Tempo der KI-Einführung führt dazu, dass Container zunehmend auch in produktiven Umgebungen eingesetzt werden, sowohl On-Premises als auch in der Cloud.
Container entwickeln sich zum Fundament moderner Applikationen und bilden eine zentrale Grundlage für den sicheren und kontrollierten Einsatz von KI. 85 Prozent der Befragten geben an, dass KI die Einführung und Nutzung von Containern beschleunigt, insbesondere im Hinblick auf Skalierbarkeit, Stabilität, Verlässlichkeit und Geschwindigkeit.
87 Prozent erwarten, dass die Container-Nutzung in den kommenden drei Jahren weiter zunimmt. Bereits heute entwickeln 83 Prozent neue Anwendungen containerbasiert. Auch KI-Agenten gewinnen an Bedeutung. 61 Prozent erwarten, dass sie durch automatisierte und intelligente Unterstützung sowohl die Kundenbetreuung als auch den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden spürbar verbessern.
Datensouveränität ist nicht verhandelbar
Für 80 Prozent der Befragten ist die Datensouveränität ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Betriebsorts für Container und KI-Workloads. Regulatorische Vorgaben und Datenschutzanforderungen führen dazu, dass Daten physisch im jeweiligen Land verbleiben müssen.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) steht dadurch unter Druck, ihre Infrastruktur in nationalen oder lokalen Umgebungen zu betreiben, sei es im eigenen RZ oder in einer lokalen Cloud. Doch die Infrastruktur ist oft noch nicht bereit: 82 Prozent der Befragten glauben, dass ihre aktuelle On-Premises-Umgebung die Anforderungen zukünftiger KI-Workloads nicht vollständig erfüllen kann.
Der Bedarf an souveränen und privaten Cloud-Infrastrukturen nimmt weltweit zu. Geopolitische Entwicklungen, strengere Datenschutzgesetze und der Wunsch nach digitaler Unabhängigkeit sind die Treiber. Auch in der Schweiz setzen Unternehmen zunehmend auf lokale Provider, um sensible Daten im eigenen Rechtsraum zu halten.
Aus dieser Kombination ergibt sich die Hybrid-Multi-Cloud als betriebliche Realität. Anwendungen und Daten verteilen sich über verschiedene Umgebungen und erfordern Lösungen, die Souveränität, cloudnative Technologien und KI-Skalierung gemeinsam unterstützen.
Beat Müller, Director Systems Engineering, Switzerland & Austria, Nutanix.
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