SBB präsentieren erstmals Big-Data-Strategie
Am Elca-Forum hat Jürg Frühauf einen ersten Einblick in die Big-Data-Strategie der SBB gegeben. An Anwendungsmöglichkeiten mangelt es jedenfalls nicht.
Alleine in den letzten zehn Jahren hat die Zugsdichte auf dem schweizerischen Schienennetz um 25 Prozent zugenommen. Dies bedingt intelligente Zugsteuerungen, um einen reibungslosen und pünktlichen Betrieb zu gewährleisten, wie Jürg Frühauf ausführte. Der Leiter Business Information Management bei den SBB gab am gestrigen Elca-Forum erstmals Einblick in die Big-Data-Aktivitäten der Bundesbahnen. Zusammen mit Elca evaluieren die SBB derzeit mögliche Anwendungen für Big Data. Der Bedarf sei vorhanden und komme aus dem operativen Betrieb, erläuterte Frühauf.
Vier Szenarien unter der Lupe
Eine letztes Jahr durchgeführte Analyse hat vier Bereiche ergeben, in denen Big Data einen Nutzen bringen könnte. Bei der Messdatenauswertung für die Wartung des Schienennetzes, bei der Analyse von Verspätungen, beim zukünftigen Personenverkehr und bei der Untersuchung der Türstörungen.
Wie Big Data das operative Geschäft unterstützen könnte, führte Frühauf anhand der Messdaten aus. Mit einem speziellen Fahrzeug wird der Zustand der Schienen erhoben, um allfällige Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Diese Daten landen heute auf Tape gespeichert im Tresor, die Auswertung erfolgt von Hand auf Papier. Hier könnte sich Frühauf ein Prognosetool vorstellen, das den optimalen sowie den spätestmöglichen Zeitpunkt für die Reparatur des betroffenen Streckenabschnitts berechnet.
Bis Ende Jahr wollen die SBB den möglichen Nutzen der vier Anwendungsmöglichkeiten ermitteln und danach entscheiden, ob die Big-Data-Projekte umgesetzt werden sollen. Wo die hierzu benötigten Daten gespeichert werden, ist für Frühauf zweitrangig. Da es sich um keine personenbezogenen Daten handle, sei dies nicht so heikel. Big Data könnte also die Bundesbahnen von der Schiene direkt in die Wolke führen.
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