KI-Boom bringt Halbleiter-Hersteller ans Limit
Der weltweite KI-Boom erhöht die Nachfrage nach Speicher-Chips enorm. Dadurch werden auch Chips für nicht KI-basierte Anwendungen und Geräte teurer. Hersteller können die hohe Nachfrage nach Chips kaum bedienen. Omdia rechnet mit einem Rekordumsatz.
Der globale KI-Boom steigert die Nachfrage nach Speicher-Chips stärker als erwartet. Zu diesem Schluss kommt das Marktforschungsunternehmen Omdia, welches seine entsprechende Jahresprognose anhebt. Demnach erwartet es in der Halbleiterproduktion für 2026 ein Umsatzplus von 94,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 150 Prozent prognostiziert Omdia für das Segment Computing and data storage die grösste Umsatzsteigerung. Damit könnte das Segment einen Umsatz von einer Billion US-Dollar erreichen.
Insgesamt dürfte mehr als die Hälfte aller produzierter Halbleiter Speicher-Chips sein. Für KI-Anwendungen werden besonders leistungsstarke Speicher-Chips (high bandwidth memory, HBM) benötigt.
DRAM- und NAND-chips sind ebenfalls sehr gefragt. Die KI-Industrie zahlt hohe Margen für Chips. Die Halbleiterindustrie fokussiert sich daher auf die Produktion von margenstarken Produkten und gibt HBM-Chips Vorrang vor Standard-Speichern. Zudem reserviert sie moderne Produktionsverfahren vorrangig für KI-Prozessoren als für andere Chips in PCs und Smartphones.
Laut Omdia spüren die übrigen Märkte den Preisdruck deutlich. Die Analytiker ziehen mehrere Schlüsse: Zum einen können die durchschnittlichen Preise für Endkunden bei CPUs und SoCs steigen. Zum anderen kann es zu Lieferengpässen kommen. Werden Chips auf älteren Fertigungsverfahren produziert, sind sie ausserdem nicht auf dem neuesten Stand hinsichtlich Leistung und Energieeffizienz.
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