Wild Card

The Great Disruption

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Haben Sie die News gehört? "White-Collar"-Jobs werden dezimiert; von einer Tsunami-KI-Welle weggespült. Aber halt! ­Werfen wir doch mal einen Blick auf die Zahlen, bevor Sie jetzt Ihren Job als Softwareentwickler oder Finanzanalystin an den Nagel hängen und sich für eine Zweitausbildung in einem handwerklichen Beruf anmelden.

(Source: Saqlain - stock.adobe.com)
(Source: Saqlain - stock.adobe.com)

Wir befinden uns ja, wie die Gartner-Analysten so schön sagen, auf dem "Peak of inflated expectations" (für KI). Und während wir alle freudig oder ängstlich hyperventilieren, sprechen die Daten des US Bureau of Labor Statistics eine andere Sprache: Nope, bisher frisst die KI keine Jobs im grossen Stil. Tatsächlich ist die Arbeitslosenquote in Berufen, die am stärksten von KI betroffen sein könnten, niedriger als in weniger exponierten Branchen.

Canaries in the coal mine

Ganz so entspannt ist die Lage in "der Technik" halt doch nicht. Forschende aus Stanford haben die Daten unter die Lupe genommen und dabei Warnsignale entdeckt: Die Entwicklung betrifft vor allem junge Leute: Bei den 22- bis 25-Jährigen gab es in KI-exponierten Berufen wie der Softwareentwicklung einen Rückgang der Einstellungen um 16 Prozent. KI beherrscht eben heute schon, was man im Studium lernt. Wer nur nach Schema F coden kann, hat ein Problem. Was die KI (noch) nicht beherrscht, ist das "implizite Wissen", also ­die Erfahrung, die man mit der Zeit macht. Wir alten Hasen sind also erst mal sicher, während das "Earn-while-you-learn"-Modell für Einsteiger richtig unter Druck gerät. Mittelfristig bewegen wir uns von der "guten alten Pyramide", die wir unten mit Berufsanfängerinnen und -anfängern gefüttert haben, zu einem Diamanten, in dem es unten ungemütlich eng ist. Das wird für uns alle eine Herausforderung, die sich gewaschen hat.

Transformation statt Terminator

Erinnern Sie sich noch an die Warnungen, dass Radiologen bald überflüssig seien? Oder dass Millionen Lastwagenfahrer durch autonome Fahrzeuge ersetzt würden? Nichts davon ist bis jetzt eingetreten. Radiologen nutzen KI als Werkzeug, aber es gibt mehr von ihnen als je zuvor. Die Realität ist: KI transformiert Unternehmen, bevor sie den Arbeitsmarkt transformiert.

Was nun? Keine Panik, atmen Sie durch!

  • Sie haben (noch etwas) Zeit zum Planen.
  • Know your tools: KI ist ein mächtiges Werkzeug. Wer es beherrscht, wird produktiver und wertvoller. "Be-greifen" Sie die Tools, testen Sie, was geht. So viel sie wollen und bezahlen wollen (Tipp: mono.chat*).
  • Bleiben Sie neugierig! Investieren Sie in Wissen, das man nicht einfach in einen Prompt giesst.

"Hat Tip" an die MIT Technology Review; gleich noch ein Tipp: deren Newsletter "The Algorithm". Von dort stammt die Inspiration für diesen Artikel. 

*mono.chat: Die Entwicklung eines findigen jungen Menschen, der einen Abstraktionslayer über alle KI-Tools entwickelte. Für einen geringen Betrag pro Monat hat man Zugriff auf alle (relevanten) Modelle.

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SiGRQrpU