F wie FOMO
Theorie: Fear of missing out, also FOMO, lässt sich recht treffend mit «Angst, etwas zu verpassen» umschreiben. Das ist im Grunde nichts Dramatisches und die meisten von uns werden es in der einen oder anderen Form schon erlebt haben. Bemerkenswert ist hingegen, dass das Phänomen im Zusammenhang mit der Nutzung von sozialen Medien in letzter Zeit heftig diskutiert wird, weil es dort zu Suchtverhalten führen kann. Als Erster soll übrigens der Marketingstratege Dan Herman 1996 darüber geschrieben haben. Besonders anfällig sind erwartungsgemäss Jugendliche: Eine Studie der New-Yorker Agentur JWT hat gezeigt, dass rund 40 Prozent von ihnen oft oder gelegentlich FOMO erleben. Bei den Erwachsenen waren es nur 5 Prozent.
Realität: Nun haben soziale Medien jeglicher Couleur schon von ihrem Grundkonzept her viel Potenzial für FOMO. Wer dort wahrgenommen werden will, muss sich ja ständig inszenieren. Wer wissen will, was gerade abgeht, muss dauernd dranbleiben. Das schraubt die Nutzungszeiten hoch und spült den Betreibern Geld in die Taschen.
Und was spielt die Usability dabei für eine Rolle? Nun, heimtückisch eingesetzt, können ihre Konzepte eben auch dazu verwendet werden, das vorhandene Suchtpotenzial zu verstärken. Mit Infinite Scrolling etwa lässt sich ein Hamsterrad basteln, das die Nutzerinnen und Nutzer gefangen hält. Mit Algorithmen füllt man ihre Filterblase, mit Countdowns baut man Handlungsdruck auf. Und Dark Patterns drängen sie letztlich dazu, zu tun, was sie eigentlich gar nie wollten. Bekanntlich setzen die Grossen der Branche all dies und noch viel mehr ein, um ihre Gewinne zu maximieren. Das ist zwar nicht verboten, rückt aber deren Geschäftsmodelle zunehmend ins Visier der Regulatoren.
Fazit: Halten wir also fest: FOMO kann helfen, die Nutzerinnen und Nutzer länger auf der Site zu halten. Übertreiben sollte man es aber nicht, denn, frei nach Obi-Wan Kenobi: «Gier ist der Pfad zur dunklen Seite der Macht.»
Bundesrat will teure IT-Alleingänge der Verwaltung stoppen
"Souveränität bedeutet, Abhängigkeiten gezielt und kontrolliert einzugehen"
Falsche Banker und Polizisten machen Jagd auf Kontodaten
Katze meistert jedes Rätsel
Probelauf für die E-ID
Finanzbranche übt Reaktion auf systemischen Cyberangriff
"Digitale Souveränität entsteht nicht an einem einzelnen Punkt, sondern entlang der gesamten digitalen Kette"
Abraxas – für die digitale Schweiz
"Wir fokussieren uns auf die End-to-End-Integration von KI mit echtem praktischem Nutzen"