D wie Design Sprint
Theorie: Mit etwas Grosszügigkeit könnte man den Design Sprint als digital-nativen Urenkel des Brainstormings bezeichnen. Auch er ist eine Innovationsmethode, die es einem Team in kurzer Zeit ermöglicht, Lösungen für eine Entwicklungsaufgabe zu erarbeiten. Erfunden haben sollen ihn nicht weiter aktenkundige Designer – bekannt gemacht hat ihn Google irgendwann in den 2010er-Jahren. Sein grosser Vorteil gegenüber dem Brainstorming ist, dass er am Ende nicht nur einen Haufen mehr oder weniger träfer Ideen liefert, sondern recht ausgearbeitete, ernst zu nehmende Konzepte inklusive mit Benutzern getestete Prototypen.
Realität: Design Sprints brauchen mehr Vorbereitung als Brainstormings. Zuerst muss das Problem gewissenhaft aufbereitet werden.
Das nennt sich Design Sprint Challenge und dreht sich um Dinge wie: Weshalb ist das Problem wichtig? Wen betrifft das Problem? Welche Faktoren beeinflusst das Problem? Weshalb lohnt es sich, das Problem zu lösen?
Ist dies erledigt, gilt es, den Sprint selbst methodisch sauber durchzuführen. Im Wesentlichen läuft er in fünf Schritten ab, von denen jeder etwa einen Tag dauert: 1. Problem definieren und strukturieren, 2. Lösungen suchen und finden, 3. entscheiden, welche Ideen getestet werden sollen, 4. entwerfen eines testbaren Prototyps, 5. überprüfen der Annahmen durch Tests.
Die Teilnehmenden müssen also rund eine Arbeitswoche zur Verfügung stehen. Deshalb wird im Alltag immer wieder versucht, das Verfahren abzukürzen – je nach Komplexität der Problemstellung durchaus erfolgreich. Wie bei vielen Kreativtechniken braucht es auch hier eine passende Umgebung. Menschen arbeiten nun mal besser, wenn sie sich wohlfühlen. Und: Das Team muss harmonieren oder die Moderation muss das Team rigoros in der Spur halten.
Fazit: Auch wenn Design Sprints meist das bessere Werkzeug sind als Brainstormings – sie sind kein Zaubertrank, der einem ausgelaugten, zerstrittenen Team eben mal Flüüügel verleiht. Wer sie aber gewissenhaft vorbereitet und durchführt, wird belohnt.
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