Wild Card von Daniel Liebhart

E la nave va!

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20 Jahre Container – die moderne Art und Weise, Anwendungen auf verschiedensten Umgebungen bereitzustellen, hat eine bewegte Geschichte hinter und eine grosse Zukunft vor sich.

(Source: GreenOptix - stock.adobe.com)
(Source: GreenOptix - stock.adobe.com)

Die Schifffahrt und unsere Branche haben eines gemeinsam: die Container-Technologie. Vor genau 70 Jahren verliess das erste Containerschiff der Welt, die "Ideal X" des Reeders Malcom McLean, den Hafen von Newark. Dieses Ereignis gilt als Geburtsstunde des standardisieren Gütertransports. Fünf Jahre später wurde die bis heute gültige ISO-Norm für ­Container festgeschrieben. Vor 20 Jahren etablierten Paul Menage und Rohit Seth, zwei Google-Mitarbeiter, den Process Container für die standardisierte Ausführung von Software. Die Normierung der Technologie erfolgte 2015 durch die OCI (Open Container Initiative). Die Analogie: Der ISO-Standard 668 definiert: "Container vereinfachen das effiziente Beladen, Entladen und Stapeln von Gütern auf Schiffen, Zügen und Lastwagen." In der IT vereinfachen Container die effiziente Bereitstellung und Ausführung von Software auf Cloud-Umgebungen, Servern und Laptops.  

Von Docker …

Jede Software besteht aus Quellcode und Artefakten wie etwa Bildern, Libraries und weiteren Elementen. Damit sie ausgeführt werden kann, muss eine entsprechende Umgebung zur Verfügung stehen: das Betriebssystem eines Computers. Die Schwierigkeit: Die gemeinsame Nutzung von Ressourcen durch eine Vielzahl von Anwendungen bedingt eine strikte Trennung der Zugriffe auf Rechenleistung, Daten und Netzwerk. Ein Container bietet diese Trennung. Er ist eine in sich geschlossene Einheit und der Rahmen für die Entwicklung, Bereitstellung und Ausführung. Container sind eine Weiterentwicklung der virtuellen Maschinen. "Anstatt den Rechner zu virtualisieren, teilt man das Betriebssystem selbst auf. Container sind schlanker, sodass man Hunderte oder Tausende davon ausführen kann", sagte Solomon Hykes, der Gründer des Unternehmens Docker, letztes Jahr in einem Interview des "Analytics Engineering Podcast" von Tristan Handy. Docker (engl. für Hafenarbeiter) war für uns der Inbegriff des Containers. Die Modernisierung von Anwendungen hatte einen Namen: "Dockerize it". Docker paketiert Anwendungen, Konfigurationen, Abhängigkeiten und Parameter, sodass sie auf mehreren Umgebungen – lokal oder in der Cloud – ausgeführt werden können.

… zu Kubernetes

Heute werden Milliarden von Containern in verschiedensten Umgebungen genutzt. Die Schwierigkeit dabei ist die Organisation, die Verwaltung und Verteilung dieser Container. Während Docker auf die effektive Entwicklung und Bereitstellung von Containern über Plattformgrenzen hinweg ausgerichtet ist, verwaltet und verteilt Kubernetes (griech. für Pilot) diese Liefereinheiten auf tausenden von Servern. Es kann als Betriebssystem für die Cloud verstanden werden. Der Aufbau: mehrfach vorhandene redundante Worker-Knoten für die Ausführung der Container und Knoten für die Steuerung des Ganzen. "Project Seven of Nine", nach der legendären "Star Trek"-Borg-Figur, hatten 2013 die Google-Engineers Craig McLuckie, Joe Beda und Brendan Burns das System ursprünglich genannt – das Kubernetes-Logo hat aus diesem Grund sieben Speichen. Ihr Motto war: "Widerstand ist zwecklos – Anpassung ist unvermeidlich." Sie hatten recht. Heute ist Kubernetes der Goldstandard für den Betrieb von Anwendungen. 

Die Zukunft

Bereits 2025 hatte gemäss Gartner über die Hälfte der Unternehmen weltweit Kubernetes im Einsatz. Bis 2027 sollen mehr als 90 Prozent aller Firmen containerisierte Anwendungen in der Produktion einsetzen. Bis 2031 soll sich das Markvolumen für diese Art von Anwendungen verdoppeln. Wie in der Schifffart so auch in unserer Branche: Der Container hat sich durchgesetzt. 

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