Arbeitslosigkeit in Schweizer ICT-Berufen steigt
Die Arbeitslosigkeit in ICT-Berufen ist in der Schweiz im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Besonders hoch fällt die Arbeitslosenquote in der Genferseeregion aus. Zudem sind ältere ICT-Fachkräfte häufiger arbeitslos als jüngere.
Die Arbeitslosigkeit in ICT-Berufen hat in der Schweiz im ersten Halbjahr 2026 zugenommen. Auf Anfrage teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit, dass die Zahl der registrierten Arbeitslosen in ICT-Berufen von 6958 im Januar auf 7186 im Juni stieg. Gleichzeitig erhöhte sich die Arbeitslosenquote in diesen Berufen von 3,68 auf 3,80 Prozent.
Die Auswertung umfasst die beiden Berufskategorien 25 und 35 der Berufsklassifikation CH-ISCO-19. Sie berücksichtigt sowohl hochqualifizierte Informatikberufe - etwa in der Softwareentwicklung sowie im Bereich Datenbanken und Netzwerke - als auch technische ICT-Berufe wie IT-Betrieb, Benutzersupport und Teile der Telekommunikation. Die Zahlen beziehen sich auf diese Berufe in der gesamten Schweizer Wirtschaft und nicht nur auf die IT-Branche.
Support- und Betriebsfunktionen stärker betroffen
Über die ersten sechs Monate des Jahres stieg die Arbeitslosenquote kontinuierlich, wenn auch nur moderat. Bei den ICT-Technikerinnen und -Technikern nahm sie von 3,71 auf 3,92 Prozent zu. Bei den IT-Spezialistinnen und -Spezialisten fiel der Anstieg mit 3,67 auf 3,77 Prozent etwas geringer aus. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit bei Support-, Betriebs- und Technikfunktionen etwas stärker zunimmt als bei spezialisierten IT-Fachkräften.
Zwischen den Regionen zeigen sich deutliche Unterschiede. Im Juni verzeichnete die Genferseeregion mit 6,54 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in ICT-Berufen. Dahinter folgen die Nordwestschweiz mit 3,95 Prozent und die Region Zürich mit 3,91 Prozent. Damit ist die Genferseeregion die einzige Grossregion, in der die Arbeitslosenquote in ICT-Berufen die Marke von 4 Prozent überschreitet.
Erfahrene IT-Fachkräfte häufiger arbeitslos
Auch zwischen den Altersgruppen zeigen sich Unterschiede. Für die Gruppe der IT-Spezialistinnen und -Spezialisten liegen besonders detaillierte Regionaldaten vor. Demnach lag die Arbeitslosenquote der 50- bis 64-jährigen IT-Fachkräfte im Juni in sechs der sieben Grossregionen höher als jene der 25- bis 49-Jährigen.
Am deutlichsten fällt der Unterschied in der Genferseeregion aus: Dort lag die Arbeitslosenquote der 50- bis 64-jährigen IT-Fachkräfte bei 7,57 Prozent, bei den 25- bis 49-Jährigen bei 6,35 Prozent. Auch in der Region Zürich war die Differenz deutlich: Dort betrug die Arbeitslosenquote 5,10 Prozent bei den Älteren und 3,73 Prozent bei den Jüngeren. Die Zahlen deuten darauf hin, dass erfahrene IT-Fachkräfte nach einem Stellenverlust häufiger Mühe haben könnten, wieder eine Anstellung zu finden - obwohl IT-Berufe grundsätzlich als gefragt gelten.
Zu den möglichen Ursachen der steigenden Arbeitslosigkeit in Schweizer ICT-Berufen zählt die zunehmende Verbreitung von KI-Tools - zu diesem Schluss kommt eine Studie der KOF-Ökonomen Jeremias Klaeui und Michael Siegenthaler. Mehr über die Studie erfahren Sie im Fachbeitrag von Michael Siegenthaler: "Die Arbeitslosigkeit steigt – und KI dürfte ein Grund sein".
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