Wild Card von Thomas Dübendorfer

Angel Investing in der Schweiz und in Afrika

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von Thomas Dübendorfer, Sictic

Eine Gruppe von Schweizer Angel-Investorinnen und -Investoren, die sich beim Angel-Investment-Netzwerk Sictic kennen­gelernt haben, ­investiert nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Afrika. Inzwischen nutzen Millionen von Menschen die Produkte dieser Start-ups.

Thomas Dübendorfer ist Präsident des Schweizer Angel-Investoren-Netzwerks Sictic, neunfacher Start-up-Gründer und dreifacher «Digital Shaper of Switzerland». (Source: zVg)
Thomas Dübendorfer ist Präsident des Schweizer Angel-Investoren-Netzwerks Sictic, neunfacher Start-up-Gründer und dreifacher «Digital Shaper of Switzerland». (Source: zVg)

Angel-Investoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur Kapital bereitstellen, sondern dank «Smart Money» dazu beitragen, schneller einen Produkt-Markt-Fit zu erreichen. Die Schweiz bietet exzellente Bedingungen für Innovationen und weist gemäss dem Stanford AI Index Report 2026 im globalen Vergleich die höchste Dichte an KI-Spezialisten auf. In der Schweiz hat Sictic bereits über 400 Start-ups unterstützt und mehr als 10 000 Arbeitsplätze geschaffen. Dass das auch in sich entwickelnden Märkten wie Afrika möglich ist, liegt auf der Hand.

Afrika: der unterschätzte Zukunftsmarkt

Der afrikanische Kontinent wird unterschätzt, da er in vielen Medien einseitig durch Negativschlagzeilen wie Hunger, Armut, Migration und politische Unsicherheiten dargestellt wird. Start-ups in Afrika? Noch nie davon gehört! Dadurch bleiben das enorme Potenzial, die dynamische Entwicklung und die Innovationskraft der jungen unternehmerischen Bevölkerung für viele unsichtbar.

Afrika hat jedoch hervorragende Zukunftsaussichten: Demografie & Markt: Bis 2050 wird jeder vierte Mensch weltweit in Afrika leben, wobei 60 Prozent der Bevölkerung jünger als 25 Jahre sein werden; wirtschaftliches Wachstum: 11 der 20 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt liegen in Afrika, und mit 55 Ländern stellt Afrika die weltweit grösste Freihandelszone dar; Technologiesprung: «Mobile-first» ist in Afrika normal, da 43 Prozent der Bevölkerung mobil online sind. 

Die von Schweizer Angel-Investoren mitfinanzierten Start-ups in Afrika haben Erstaunliches hervorgebracht: Gut 7 Millionen Kunden nutzen die Neobank Kuda in Nigeria für Mikrofinanzierungen und 1,2 Milliarden Zahlungen pro Jahr. 6 Millionen Kunden und 10 000 Firmen inklusive Western Union nutzen Kredete, um pro Jahr 6 Milliarden US-Dollar via Stablecoins mit tiefen Gebühren nach Afrika zu transferieren. Yobanté Express ermöglicht Online-Marktplätzen mit über 6000 Logistik-Hubs und 5000 Fahrzeugen Lieferungen in 40 afrikanische Länder. Mit über 15 Einhorn-Unternehmen wie Flutterwave, Moove oder Andela sowie von Schweizer Investoren mitfinanzierten Venture-Capital-Initiativen wie «Launch Africa» mit über 180 Start-up-Beteiligungen in Afrika (mit 80 000 neuen Jobs) wächst der Markt mit beeindruckender Dynamik. 

Noch mangelt es aber an Risikokapital in Afrika, das mit einer Bevölkerung von 1,53 Milliarden Menschen 173-mal grösser ist als die Schweiz. 2025 wurden mit 3,2 Milliarden Dollar Venture Capital in Afrika nur in etwa gleich viel investiert wie in der Schweiz. Die Wachstumskurve beim Venture Capital in Afrika ist fast identisch mit der sehr positiven Entwicklung in Südostasien vor sieben Jahren. Wer bei der rasanten Entwicklung aktiv dabei sein will, ist noch nicht zu spät dran.

Angel Investing ist das stärkste Werkzeug, um weltweit Innovationen voranzutreiben und dadurch neue Jobs zu schaffen. Während die Schweiz ihre Stärken als Hightech-Hub weiter ausbauen muss, bietet Afrika aufgrund seines enormen Bevölkerungswachstums und des unternehmerischen Eifers seiner jungen Generation einen der bedeutendsten Zukunftsmärkte sowie grosse Wachstumschancen unserer Zeit.

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