Stanford-Index

Die Schweiz führt mit KI-Spezialisten, aber nicht mit KI-Investitionen

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von René Jaun und cka

In der Schweiz gibt es pro Kopf mehr KI-Fachkräfte als sonst wo auf der Welt. Das macht die Schweiz aber noch nicht zur KI-Nation. Eine Stanford-Untersuchung zeigt, wo noch Nachholbedarf besteht.

(Source: alphaspirit / Fotolia.com)
(Source: alphaspirit / Fotolia.com)

Die Schweiz hat die meisten KI-Experten der Welt – gemessen an der Bevölkerung. Das zeigt der Stanford AI Index 2026, über den der "Startup Ticker" berichtet. Demnach kommen in der Schweiz auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 110,5 Personen, die im KI-Bereich forschen oder entwickeln. Knapp dahinter - mit 109,5 Forschenden und Entwickelnden pro 100'000 Bewohner - liegt Singapur. Sehr deutlich überhole die Schweiz insbesondere grössere Volkswirtschaften, schreibt "Startup Ticker". Als Beispiel nennt der Bericht Deutschland (58,1 KI-Cracks pro 100'000 Einwohner) und das Vereinigte Königreich (49,6 KI-Fachpersonen).

Die meisten KI-Entwickler oder Forscher sind zudem in der Tat männlich. In der Schweiz liegt die Männerquote bei 78,45 Prozent. Bei diesem Ungleichgewicht habe es seit 2010 in keinem dokumentierten Land eine bedeutsame Verbesserung gegeben, heisst es im Bericht – mit einer Ausnahme: In Saudi-Arabien stieg der Anteil weiblicher KI-Fachpersonen seit 2010 um 12 Prozent.

Längst nicht in allen von der Stanford University zusammengestellten Listen zur Verbreitung von KI steht die Schweiz zuoberst. Beim Anteil der promovierten KI-Fachkräfte etwa liegt die Schweiz mit 43,6 Prozent auf dem dritten Platz. Davor stehen Australien (50,5 Prozent) und das Vereinigte Königreich (51,1 Prozent).

In Sachen KI-Investitionen schafft die Schweiz gar keinen Spitzenplatz und landet stattdessen auf Platz 14. Seit 2013 haben sich 4,73 Milliarden US-Dollar entsprechender Finanzspritzen aus der Privatwirtschaft angesammelt. Zum Vergleich: Im Vereinigten Königreich flossen in der Zeit 34,1 Milliarden US-Dollar, in Deutschland noch immer 17,2 US-Dollar. Auch im Vergleich mit ähnlich grossen Ländern zieht die Schweiz oft den Kürzeren: Schwedische KI-Investitionen übertrafen 8 Milliarden US-Dollar und in Israel flossen über 18 Milliarden US-Dollar.

Bei den Gründungen sieht es gleich aus: Auch hier kam die Schweiz auf Rang 14: Zwar wurden 2025 immerhin 34 Start-ups mit KI-Bezug gegründet, aber in Israel waren es derweil 64 und in Singapur 49. Zählt man die KI-Start-ups seit 2013, kommt die Schweiz auf Platz 13. Stanford zählt 188 Unternehmen in der Schweiz, 556 für Israel und 288 für Singapur.

 

Lesen Sie auch: Nach zwei Jahren des Rückgangs hat das Ökosystem der Schweizer IT-Start-ups im Jahr 2025 einen deutlichen Aufschwung erlebt. Laut dem Swiss Venture Capital Report stiegen die Investitionen dank grosser Finanzierungsrunden um fast 150 Prozent, während sich der Fintech-Sektor etwas moderater erholte.

 

 

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