AOL-Chef Case tritt zurück

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Steve Case hat gestern Sonntag bekannt gegeben, im Mai von seinem Posten als Verwaltungsratspräsident zurückzutreten. Als Grund nannte er die fortdauernde Unzufriedenheit vieler Aktionäre, die ihn persönlich für die schlechten Geschäftsentwicklungen verantwortlich machten. Case ist Mitbegründer von America Online und Architekt der Fusion zwiwschen AOL und Time Warner. AOL Time Warner leidet unter dem schwachen Internet-Anzeigengeschäft bei AOL, einem zu langsamen AOL-Kundenzuwachs, Bilanzierungsunregelmässigkeiten sowie Untersuchungen der Ordnungshüter. AOL Time Warner hatte im dritten Quartal 2002 trotz des schwachen Geschäfts von America Online einen leichten Gewinn von 57 Millionen Dollar erzielt. In der Vorjahresperiode betrug der Verlust noch 997 Millionen Dollar. Der Umsatz lag im dritten Quartal 2002 bei 9,98 Milliarden Dollar gegenüber 9,07 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Während der Konzern nach eigenen Angaben in den Sparten Film, Fernsehen und Kabel im dritten Quartal jeweils ein deutliches Umsatzplus (25 Prozent im Filmgeschäft, 14 Prozent beim Kabel und 10 Prozent beim Fernsehen) erzielen konnte, musste America Online das ganze Jahr hindurch kämpfen. Beobachter spekulieren nun darüber, dass Case mit seinem Rücktritt den Weg für eine Ausgliederung von AOL frei gemacht hat.