Armee-IT-Chaos: Bundesrat Maurer nimmt Stellung
Bundesrat Ueli Maurer kritisiert, dass das elektronische Führungsinstrument FIS Heer von der Schweizer Armee eingekauft wurde, ohne dafür ein konkretes Einsatzkonzept zu haben. Deshalb leitet Maurer nun eine Administrativuntersuchung ein.
Eine von Ueli Maurer eingeleitete Administrativuntersuchung im VBS soll die Ungereimtheiten in Zusammenhang mit der Beschaffung des elektronischen Führungsinstruments FIS Heer klären. Maurer kritisierte am vergangenen Donnerstag vor den Medien in Bern vor allem, dass das Computersystem, ohne ein klares Einsatzkonzept erworben wurde, berichtet die NZZ.
Das System soll in Zukunft erlauben, Schlachten vom Bildschirm aus zu lenken. FIS Heer wurde unter dem damaligen VBS-Vorsteher Samuel Schmid in den Jahren 2006 und 2007 für über 700 Millionen Franken gekauft. Ein Problem habe sich laut Maurer schon herauskristallisiert: Bei den Beschaffungen war nicht eine einzige Person von Anfang bis zum Schluss verantwortlich, sondern das Ganze lief durch mehrere Hände. Dennoch will Maurer nicht einzelne Personen untersuchen, sondern das gesamte Departement intensiv beleuchten.
Maurer sieht vor allem Sparpotenzial bei Verträgen mit externen Fachleuten. Als im Sommer Ungereimtheiten publik wurden, hatte der Verteidigungsminister alle laufenden Dienstleistungsverträge an Dritte überprüfen. "Da liegt einiges im Argen", bilanzierte Maurer am Donnerstag. Zudem schliesse er auch Vetternwirtschaft nicht aus.
So seien zum Beispiel viele Verträge über 49'500 Franken abgeschlossen worden. Alle Beträge über dieser Zahl erfordern eine öffentliche Ausschreibung. Ausserdem habe auf anderen Verträgen eine zweite obligatorische Unterschrift gefehlt. "Künftig wird jeder Auftrag über mein Pult gehen", erklärte Maurer am Donnerstag.
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