Avenir Suisse: Gemeinsame Nutzung der UMTS-Netze
Avenir Suisse, der think tank for economic and social issues, wiederholt den bereits im Frühling gemachten Vorschlag, dass die Mobilfunkbetreiber ein gemeinsames Funknetz aufbauen und betreiben sollen. Auslöser für den erneuten Aufruf ist der Entscheid der Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom vom 27. Juni, wonach die Versorgungspflicht für die vier UMTS-Konzessionäre aufgehoben wird. Die einzelnen Konzessionäre müssen jetzt nicht mehr bis Ende Jahr ein eigenständiges Netz mit einer Bevölkerungsabdeckung von 20 Prozent aufbauen.
Durch die Bildung einer gemeinsamen Netzgesellschaft könnten sowohl Infrastrukturkosten wie die Strahlenemissionen deutlich gesenkt werden. Wären diese Vorschläge bereits frühzeitig von der Politik und den Betreibern aufgegriffen worden, hätten die Konsumenten wesentlich schneller UMTS nutzen können. schreibt Avenir Suisse. Der Aufruf im Frühling erfolgte im Zusammenhang mit dem Streit über die Strahlenemissionen von Handy-Antennen. Wissenschaftliche Schätzungen gehen bei einem allfälligen Betrieb eines flächendeckenden Gemeinschaftsnetzes von einer Halbierung der Antennenzahl aus. Dadurch könnte die auch Akzeptanz bei der Bevölkerung für die UMTS-Technik vergrössert werden, meint Avenir Suisse.
Avenir Suisse verweist auch auf die Entwicklung in Deutschland: In Deutschland riefen im Frühjahr Bundeskanzler Schröder und der Branchenverband Bitkom die UMTS-Lizenznehmer zur Zusammenarbeit auf, um Kosten zu sparen und um die Technologie schnell einzuführen. Anfang Juni gab dann die deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post grünes Licht für die gemeinsame Nutzung von Grundstücken, Masten, Antennen oder Kabeln, aber auch technischer Einrichtungen.
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