Big-Brother-Award für Swisscom
Gestern wurden in Zürich zum ersten Mal die Schweizer Big Brother Awards verliehen. Der Betonpokal in der Kategorie Telekommunikation ging an Swisscom. Mit dem Preis werden Firmen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die laut Veranstaltern das persönliche Grundrecht auf Schutz der Privatsphäre missachten und/oder die Überwachung und Kontrolle von Personen fördern. Das Publikum hatte bis 30. September über 40 Firmen und Personen vorgeschlagen, aus denen die Organisatoren, die Swiss Internet User Group (SIUG), die Rote Fabrik und das Archiv Schnüffelstaat Schweiz (ASS), eine Vorauswahl trafen und einer neunköpfigen Jury vorlegten, in der unter anderem Politiker, Juristen und Journalisten sassen. Der e-Award wurde Swisscom verliehen. Die Begründung: Die Swisscom würde Standortdaten der Handynutzer sammeln und diese mehrere Tage speichern, was theoretisch das Erstellen von Standortprofilen erlaube. Swisscom-Mediensprecher Sepp Huber betonte auf Anfrage, dass gewisse Daten zwar gespeichert würden, dies sei aber, zum Beispiel für die Rechnungsstellung, nötig. Die Vorwürfe wies Huber zurück und betonte, dass die Aktivitäten der Swisscom laut dem Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten konform mit den Datenschutzbestimmungen seien. Diese Sache sei schon vor zweieinhalb Jahren abgeklärt worden. In der Kategorie e-Awards wurde auch Sunrise für ihre Nonchalance im Umgang mit einem gewaltigen Datenleck ausgezeichnet, auf Platz drei landete TV3 für fulminante Verharmlosung und Banalisierung von Überwachung und Kontrolle mit der Sendung Big Brother. In der Kategorie Staat ging der zweite Platz an die Zürcher Gemeinde Dürnten, welche eine Webcam installiert hat, von der sich einige Einwohner in ihrer Privatsphäre gestört fühlen. Der Gemeinderat hatte entschieden, die Kamera trotz Protesten weiter zu betreiben, da die Verordnung des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Bilder von LiveCams gestatte, sofern keine Personen identifiziert werden könnten.
Konnte die Jury in den Kategorien Staat und Business aus je zehn oder mehr Einsendungen auswählen, standen in der Kategorie Telekommunikation für drei Finalisten nur gerade vier Firmen und die Staatsanwaltschaft Zürich zur Auswahl. Die Jury hatte so kaum eine Wahl, und nicht alle Juroren und Veranstalter waren gänzlich glücklich mit den Vorschlägen. Beim Fall Sunrise zum Beispiel handelt es sich eher um einen menschlichen Fehler oder um Fahrlässigkeit und nicht um ein systematisches Sammeln von Daten, welches der Award eigentlich anprangern sollte.
KI-Training
Meta trackt Maus- und Tastaturaktionen seiner US-Mitarbeitenden
Uhr
Beitrag von e3 AG und Arrow ECS
Back on-prem: Die Renaissance hybrider Sicherheitsarchitekturen
Uhr
"ASP.NET Core Data Protection"
Microsoft veröffentlicht Notfall-Sicherheitsupdate
Uhr
Ergon Informatik AG Whitepaper
Airlock IAM as a Service - Sicherheit aus der Cloud
Uhr
"Professional Services Public Cloud"
BIT schreibt neue Public-Cloud-Dienste aus
Uhr
Umfrage von Rubrik Zero Labs
KI-Agenten gefährden die Unternehmenssicherheit
Uhr
Interview mit Tom Kleiber
Wie der neue CEO Aveniq zu neuen Geschäftsfeldern führen will
Uhr
Dossier in Kooperation mit e3 und Arrow ECS
Effizienz frisst Datensouveränität – die Bilanz der Schatten-KI
Uhr
Jahreszahlen 2025
Noser Group kann Umsatz und Profitabilität weiter steigern
Uhr
Wüstenfüchse
Überleben im Sandmeer
Uhr