Big Brother Awards 2002: Eingaben noch bis 31.8.

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Seit die Bush-Administration und ihre fleissigen Gehilfen im In- und Ausland ihre Aktivitäten zur Überwachung des menschlichen Gedankenaustausches noch intensiviert haben, ist der Schutz vor unerwünschter Kontrolle der Privatsphäre aktueller denn je. Besonders mit den Mitteln der elektronischen Datenverarbeitung und der modernen, teils satellitengestützten Datenübertragung wird es immer einfacher, Personen zu überwachen und Informationen über sie zu sammeln. Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie in Dutzenden von Datenbanken gespeichert sind und dass ihre Bewegungen immer stärker observiert werden. Mit der international koordinierten Verleihung der «Big Brother Awards» soll auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht werden. In der Schweiz werden die Auszeichnungen für Datenschutzverletzungen in diesem Herbst bereits zum dritten Mal verliehen. Die Nomination der Preisträger erfolgt durch das Publikum. Es können alle Personen und Institutionen vorgeschlagen werden, die das persönliche Grundrecht auf den Schutz der Privatsphäre missachten oder die Überwachung und Kontrolle von Personen oder von Personengruppen fördern. Zur Auswahl stehen die Kategorien Staat, Business und Telekommunikation sowie ein «Lebenswerk-Award» für besonders hartnäckige Bespitzelung. In der Kategorie «Winkelried-Award» wird lobenswerter Widerstand gegen Überwachung und Kontrolle geehrt. Unter den letztjährigen Gewinnern finden sich die Krankenkasse SWICA, die Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten, sowie der militärische Nachrichtendienst für den Aufbau und den Betrieb der Satelliten-Abhorchanlage ONYX. Vorschläge für Kandidaturen für die diesjährige Preisverleihung können auf der Homepage des Organisationskomitees in ein Formular eingetragen werden, oder per Briefpost eingereicht werden an SIUG, Postfach 1908, 8021 Zürich. Per E-Mail sind die begründeten Vorschläge an proposals@bigbrotherawards.ch zu richten. Einsendeschluss ist bereits in zehn Tagen, am 31. August 2002. Nach der Vorprüfung durch eine Fachgruppe wird eine Jury die definitive Auswahl vornehmen. Die GewinnerInnen werden Ende Oktober 2002 anlässlich einer feierlichen Zeremonie bekannt gegeben. Die Verleihung der Schweizer «Big Brother Awards» wird gemeinsam von der Swiss Internet User Group SIUG, der Konzeptgruppe des Kulturzentrums Rote Fabrik in Zürich und vom Archiv Schnüffelstaat Schweiz organisiert.