BSA: 400 Mio. Franken Schaden durch Raubkopien in der Schweiz

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Der Softwareindustrie entgingen im letzten Jahr in der Schweiz rund 400 Millionen Franken durch Raubkopien. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC im Auftrag der Business Software Alliance (BSA). 394,8 Millionen Franken habe der Studie zufolge der Umsatzausfall in 2003 betragen. Weltweit belaufe sich der Schaden auf fast 29 Milliarden Euro, was 36 Prozent aller installierter Software entspreche. Dabei liege Westeuropa mit einem Umsatzausfall von 9,6 Milliarden US-Dollar vor Nordamerika (7,2 Milliarden Dollar) und sogar Asien (7,5 Milliarden Dollar). Die Piraterierate liege allerdings in Westeuropa mit einem Raubkopienanteil von 36 Prozent im weltweiten Mittel, während in Osteuropa 71 Prozent der Software geklaut sei. Vorbilder in Westeuropa seien Dänemark (26 Prozent Piraterierate), Österreich und Schweden (beide 27 Prozent), als "Eenfant terrible" in Westeuropa nennt die Studie Griechenland mit 63 Prozent sowie Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Irland mit jeweils über 40 Prozent. Die Schweiz liege mit einer Rate von 31 Prozent im weltweiten Vergleich auf Rang zehn beim Einsatz legaler Software, aufgrund des starken Schweizer IT-Marktes erreiche sie aber auch den 18. Platz in der Liste der grössten Umsatzausfälle. Mit früheren Studien der BSA lässt sich die aktuelle Untersuchung nur schlecht vergleichen, da diese nun erstmals von IDC durchgeführt wurde und dabei eine neue Methodik eingesetzt wurde. Neben Business Software wurden neu auch Betriebssysteme und ein Teil der Verbrauchersoftware berücksichtigt. Trotzdem geht die BSA von einem leichten Wachstum der weltweiten Softwarepiraterie im letzten Jahr um 1 bis 2 Prozent aus. Ebenfalls eine Studie zum Thema Raubkopien hat kürzlich Microsoft, selbst Mitglied der BSA, herausgegeben. Die Universität Witten/Herdecke fragte im Auftrag von Microsoft Deutschland nach dem Unrechtsbewusstsein der User beim Einsatz von illegaler Software. Fazit: Das Handeln folgt nicht dem Bewusstsein. Während 98 Prozent meinten, Software sei kein freies Gut, gaben doch gut zwei Drittel zu, selbst Raubkopien privat zu nutzen. Die Ergebnisse der Studie sollen Microsoft helfen, einen neuen Umgang mit Nutzern von Raubkopien zu finden. „Eine reine Androhung von Sanktionen kann nur ins Leere führen, vielmehr muss es gelingen, einen offenen und sachlichen Dialog zwischen Software-Industrie und Usern zu etablieren“, lässt sich dazu Thomas Urek, Urheberrechtsexperte bei Microsoft Deutschland zitieren.