Die Sieger des Big Brother Awards

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Am Freitag sind in der Roten Fabrik in Zürich zum zweiten Mal die Big Brother Awards vergeben worden. In der Kategorie Business ging der erste Preis an die Krankenkasse SWICA für ein Computerprogramm, das ein ausführliches Absenzenmanagement erlaubt. Der erste Preis in der Kategorie Telekommunikation ging wie bereits letztes Jahr an den militärischen Nachrichtendienst für die Satellitenabhorchanlage ONYX, die es erlaubt, Kommunikationsdaten aus dem Weltraum in die heimischen Bunker zu holen. Der Hauptpreis in der Kategorie Staat ging an die Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten für deren Bemühungen um eine Vernetzung ihrer Datensysteme. Der Winkelried Award ging gemeinsam an Michael Jordi von der Gewerkschaft VPOD und an eine nicht namentlich genannte Angestellte eines Call Centers. Die beiden wehrten sich in einer Mustereinsprache gegen die zunehmende Überwachung am Arbeitsplatz. Das Berner KIGA hiess die Klage vollumfänglich gut. In seiner Eröffnungsrede zum Anlass warnte Odilo Guntern, der erste Eidgenössische Datenschutzbeauftragte, vor dem Hintergrund der Attentate in den USA vor einem unbedachten Ausbau der Überwachungsmöglichkeiten. Gerade in der Datensammlung gelte es, sorgfältig abzuwägen zwischen den Interessen des Staates und dem Persönlichkeitsschutz der Bürgerinnen und Bürger. Der Anlass wurde von der Swiss Internet User Group (SIUG), der Konzeptgruppe der Roten Fabrik und vom Archiv Schnüffelstaat Schweiz (ASS) organisiert.