E-Health-Strategie des Bundes: Versicherungskarte stösst auf Ablehnung
Gemäss eines Berichts des Tages-Anzeiger stösst die im Rahmen der E-Health-Strategie des Bundes geplante Versicherungskarte auf breite Kritik. So erachten Ärzte die Versicherungskarte als nutzlos. „Wir Hausärzte brauchen diese Karte nicht“, sagt beispielsweise Heinz Behnd, Leiter der Arbeitsgruppe Informatik dem Tages-Anzeiger. Da der Patient bestimmen kann, welche Daten auf der Karte gespeichert werden, müsse man immer davon ausgehen, dass die Daten unvollständig seien, so Behnd. Ausserdem seien keine administrativen Erleichterungen erkennbar.
Auch bei Politikern ist die Karte umstritten. So kritisiert im Artikel des Tages-Anzeigers die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher die hohen Investitionskosten einer flächendeckenden Einführung. Ausserdem würden die heutigen Ausweise genügen, um nach Pilotversuchen in einzelnen Kantonen direkt das elektronische Patientendossier einzuführen. Schliesslich kritisiert die Nationalrätin auch, dass kein Foto und keine Unterschrift auf der Karte vorgesehen sind, dies würde eine Identifikation erschweren und so könnten Notfalldaten nicht verlässlich eingesetzt werden.
Auch der Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür ist kritisch gegenüber der Versicherungskarte eingestellt und fordert eine permanente Kontrolle der Datenbearbeiter. Peter Rohner, Leiter des Kompetenzzentrums E-Health der Uni St.Gallen fordert sogar, das Projekt zu stoppen. Der Nutzen der Karte sei nicht ersichtlich und die Kosten würden unterschätzt. „Die Karte ist zuwenig eingebettet in eine Gesamtarchitektur zur Informationsverarbeitung im Gesundheitswesen“, so Rohner gegenüber dem Tages-Anzeiger.
Überzeugt von der Versicherungskarte ist hingegen Adian Schmid, Projektleiter Versicherungskarte im Bundesamt für Gesundheit. Er geht davon aus, dass die Karte die Administration der Krankenversicherung effizienter gestalten wird. Schmid rechnet mit Kosten von 25 bis 30 Millionen Franken, die durch die Krankenkassen zu tragen sind. Auch betreffend Datenschutz sieht er keine Probleme, da medizinische Daten nur von Ärzten, Zahnärzten und Chiropraktikern nach Zustimmung des Patienten gespeichert werden dürfen.
Die Versicherungskarte wurde im Rahmen der E-Health-Strategie des Bundes beschlossen. Sie stellt einen ersten Schritt zum elektronischen Patientendossier dar, das ab 2015 eingeführt werden soll. Geplant ist die Einführung der Versicherungskarte ab 2009.
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