Fastweb-Kauf beflügelt Swisscoms Gewinn - TV-Projekte belasten das Ergebnis

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von jgr@netzwoche.ch
Swisscom konnte im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr Umsatz und Betriebsergebnis steigern. Der Umsatz nahm um 6,7 Prozent auf 5,09 Milliarden Franken zu und der EBITDA um 12,6 Prozent auf 2,04 Milliarden Franken. Ursache für diese Steigerung ist vor allem die Fastweb-Übernahme sowie Sondereffekte, die das Ergebnis des Vorjahres belastet hatten. Swisscom erwartet für das ganze Geschäftsjahr einen Nettoumsatz von 11,2 bis 11,3 Milliarden Franken und ein Betriebsergebnis (EBITDA) von 4,4 bis 4,5 Milliarden Franken. Darin enthalten ist Fastweb mit einem Umsatz von rund 1,8 Milliarden Franken und einem EBITDA von rund 0,6 Milliarden Franken ab Übernahme. Ein Wachstumstreiber ist vor allem das Breitbandgeschäft: So stieg die Zahl der Breitbandanschlüsse innert Jahresfrist um 20,2 Prozent auf 1,5 Millionen. Nicht richtig vom Fleck kommt hingegen Bluewin TV: Bis Ende Juni hatten 50'000 Kunden das Fernsehangebot abonniert, bis Ende Jahr rechnet Swisscom mit lediglich 80'000 Kunden, wie Swisscom-CEO Carsten Schloter heute Mittwoch laut SDA an einer Telefonkonferenz erklärte. Hohe Installationskosten verlangsamen immer noch die Kundenwerbung und pro Monat werden so nur 5'000 neue Kunden gewonnen. Zwar konnten die Installationskosten von 1'400 auf 1'300 Franken gesenkt werden, das ursprüngliche Ziel von 500 Franken pro Kunde scheint jedoch nicht realisierbar und darum nannte Schloter Installationskosten von rund 700 Franken pro Kunde als neues Ziel. Die Installationskosten sollen auch dank dem Know-how von Fastweb gesenkt werden. Allerdings gibt auch Fastweb 500 Euro pro neuen Kunden aus, wie ein Verantwortlicher der Nachrichtenagentur SDA sagte. Ein weiteres Sorgenkind ist laut Schloter die interaktive TV-Fernbedienung Betty TV. Deren Ergebnis sei nicht zufriedenstellend und Swisscom müsse über eine neue Ausrichtung nachdenken. Nach einem Jahr auf dem Markt zählt Betty TV in der Schweiz nur 10'000 Kunden und in Deutschland 100'000 Kunden. Swisscom hat mit einer wesentlich grösseren Nachfrage gerechnet und rund 300'000 Fernbedienungen produzieren lassen. Diese Fehleinschätzung schmälerte das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 60 Millionen Franken. Letzte Woche berichtete Cash Daily, Swisscom plane das Produkt ganz einzustellen. Swisscom gab auch den Zeitplan für die Dekotierung und Deregistrierung an der New Yorker Börse bekannt: So wurde die New York Stock Exchange heute durch Swisscom schriftlich über die Pläne informiert und die Dekotierung soll Ende August in Kraft treten. Durch den Rückzug von der New Yorker Börse erwartet Swisscom Einsparungen im Bereich einer hohen einstelligen Millionensumme.