ICANN entscheidet über .mobi- und .net-Adressen
Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers hat das Zulassungsverfahren für die neue Top Level Domain .mobi abgeschlossen. Der neue Adressbereich soll für Websites zur Verfügung stehen, die für die Wiedergabe auf mobilen Geräten wie Handys und PDAs optimiert wurden. Die Verwaltung der neuen Domain wird für zehn Jahre der mTLD Top Level Domain übertragen. Es handelt sich dabei um ein Joint Venture von IT- und Mobilfunkkonzernen sowie Industrieverbänden, darunter Hutchison 3, Ericsson, Microsoft, Nokia, Samsung, TIM, Telefonica Moviles, T-Mobile, Vodafone und die GSM Association. Die Vergabe der ersten .mobi-Adressen soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres mit einer 90-tägigen "Sunrise-Period" starten, in denen sich Inhaber von Markennamen die zugehörigen Domains sichern können.
Ebenfalls bekannt wurde, dass die ICANN der Verwalterin der .net-Domains VeriSign eine Vertragsverlängerung bei äusserst komfortablen Bedingungen gewährt. Demnach ist es VeriSign ab 1. Januar 2007 erlaubt, die Preise der .net-Adressen nach Belieben zu erhöhen. Ausserdem sicherte die ICANN VeriSign eine automatische Verlängerung der Laufzeit nach sechs Jahren zu. Die neue Vertragsgestaltung sorgte für heftige Debatten zwischen der ICANN-Spitze und den am Meeting in Luxemburg teilnehmenden Registraren. Mehrere Registrare zeigten sich geschockt darüber, dass die ICANN sie komplett übergangen hat, als sie VeriSign vertraglich zusicherten, dass der alte und neue .net-Betreiber ab 2007 die Preise in Eigenregie festlegen kann. Die ICANN habe mit der Unterzeichnung des Vertrages mit VeriSign ihre eigene Satzung verletzt, monieren die Registrare. Laut ICANN-Satzung müssen Preisfragen, die mehrere Parteien betreffen, auf jeden Fall öffentlich zur Diskussion gestellt werden.
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