Investitionstopp von Swisscom und Orange in Liechtenstein

Uhr | Aktualisiert
von judith.arnold@netzwoche.ch
Die Schweizer Mobilfunk-Anbieter Swisscom und Orange haben ihre Investitionen in Liechtenstein gestoppt. Grund ist ein tiefer Strahlengrenzwert, womit sich kein qualitativ hochstehendes Mobilfunk-Netz betreiben lässt, wie Swisscom-Sprecher Jürg Studerus verlauten liess. Hinzu kommt, dass das Liechtensteiner Parlament im Umweltschutzgesetz den Grenzwert für Strahlung von Handyantennen ab 2013 auf 0,60 Volt pro Meter (V/m) festgesetzt hat. Das ist ein zehnmal tieferer Wert, als er in den Schweizerischen Verordnungen über Nichtionisierende Strahlungen (NIS) festgehalten ist. Eine erste Folge der Liechtensteiner Politik ist, dass Swisscom eine Antenne im Skigebiet Malbun nicht ersetzen will, die aufgrund von Bauarbeiten an einer Garage entfernt wird. Auch Orange will hier nicht anstelle von Swisscom investieren, wie die Mediensprecherin Therese Wenger sagte. Eine neue Mobilfunkantenne kostet nach Angaben der Mobilfunk-Anbieter je nach Standort zwischen 200'000 und 250'000 CHF. Um weiterhin einen guten Empfang zu gewährleisten, müssten aufgrund der tiefen Grenzwerte im Fürstentum Liechtenstein sehr viel mehr Antennen aufgestellt werden, so Swisscom-Sprecher Studerus. Ein Gespräch zwischen der Liechtensteiner Regierung und der Swisscom fand zwar statt, hat aber am Investitionsstopp der Schweizer Mobilfunk-Anbieter nichts geändert.