IT-Debakel für die kantonalen Ausgleichskassen
Trotz Investitionen von rund 250 Millionen Franken arbeiten die kantonalen Ausgleichskassen in der Schweiz noch immer mit 30 Jahre alten Programmen. Was lief falsch?
Gemäss der SonntagsZeitung läuft das "ambitionierteste Informatikprojekt der Schweiz" völlig aus dem Ruder: Für rund 250 Millionen Franken würden die kantonalen Ausgleichskassen seit zehn Jahren eine neue Software entwickeln lassen, lauffähig sei bisher aber erst eine Adressverwaltung. Für ihre tägliche Arbeit müssen die Mitarbeiter auf 30 Jahre alte Programme zurückgreifen.
Beteiligt am Projekt unter der Führung der SVA Zürich sind neben Liechtenstein die kantonalen Ausgleichskassen von Appenzell, Freiburg, Glarus, Graubünden, Solothurn, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Tessin, Thurgau, Uri und Zug beteiligt. Ursprünglich sei die Neuentwicklung von Applikationen für AHV, IV, EO, Familienzulagen und Prämienverbilligung geplant gewesen. Nun habe man IV, EO und Familienzulagen aber komplett gestrichen.
Für das Gesamtprojekt seien ursprünglich mal 80 Millionen Franken budgetiert gewesen. Nun koste die Entwicklung des geschrumpften Projekts rund 140 Millionen, wobei 14,5 Millionen für das Konzept und laufende Projektbetriebskosten von 42 Millionen sowie Softwarelizenzen nicht einberechnet seien.
Verantwortlich für das Debakel sei das Softwareunternehmen IGS GmbH in St. Gallen, das den beteiligten Ausgleichskassen gehört. Der Entwicklungsauftrag sei an IBM vergeben worden. "Das Vista-Projekt dürfte eine Viertelmilliarde Franken verschlingen. Plakativ ausgedrückt, erhalten die Ausgleichskassen zum Preis eines Maybach einen Kleinwagen", urteilt die SonntagsZeitung.
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